Irgendwo auf der A7, kurz hinter Seevetal und vermutlich 20 Minuten nach Abfahrt, zog der Nebel auf. Die Schwaden waren so dicht, dass das Grün der Bäume nur noch schemenhaft und milchig vorbeizog. Der Nebel aber kam nicht von den Feldern. Er kam vom Vordersitz. Die Eltern eines Freundes zündeten eine Kippe nach der nächsten an. Die Fahrt als Kind Anfang der Neunziger in den Freizeitpark, sie prägte sich ein. In mein Gedächtnis. In meine Kleidung.

Die Landesregierungen wollen jetzt verbieten, dass Erwachsene im Auto rauchen dürfen, wenn Kinder oder Schwangere an Bord sind. Die erste Frage muss lauten: Wie?! Das ist noch erlaubt? Die zweite Frage muss lauten: Warum denkt die Politik immer zuerst an Verbote, wenn sie den Alltag der Menschen in die richtige Richtung lenken will?

Natürlich ist es dumm, Kinder auf dem Rücksitz vollzuqualmen. Die Werbung hat sowohl das Auto (meist auf einer einsamen Küstenstraße im Sonnenuntergang) wie auch die Zigarette (im Mund eines lässigen Cowboys) zu Ikonen der Freiheit stilisiert. Auch das ist natürlich Quatsch. Das Auto ist ein luxuriöses Transportmittel, die Kippe ist eine Droge, und jeder Erwachsene muss selbst wissen, ob er sich das antut.

Stellen Sie sich vor, es gäbe keine Ticketkontrollen in der Bahn, wer würde noch zahlen?

Kurzum: alles richtig. Der Nebel muss aus dem Auto, wenn vulnerable Personen mitfahren. Nur: Das Verbot ist der falsche Weg. Denn sicher werden nicht reihenweise Polizisten die Landstraßen sperren und Riechproben durchführen. Ein Verbot lässt sich nicht durchsetzen. Und jedes Verbot, das nicht wirkt, unterhöhlt den Glauben an den Rechtsstaat (stellen Sie sich vor, es gäbe keine Ticketkontrollen in der Bahn, wer würde noch glauben, dass jemand zahlt?). Das gilt umso mehr, wenn Regierungen Auto, Zigarette und Übergriffe des Staates in ein Gesetz panschen – ein brisanter Cocktail mit Nebenwirkungen: wachsende Verdrossenheit bei wenig Gewinn.

Frankreich: Rauchverbot im Freien spaltet Bürger

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    Gefordert ist Aufklärung statt Verbot. Menschen müssen wissen, wie schädlich schon geringe Mengen Nikotin sind. Eltern sollten nicht nur bei der Gesundheit Angebote für Erziehungshilfen bekommen. Väter und Mütter brauchen besseren Zugang zu Bildungsstätten wie Elternschulen, Vereinen und Volkshochschulen. Der Staat kann hier wirken: mit Kampagnen, mit Geld für Personal. Damit der Nebel in den Köpfen nach und nach abzieht.

    Beratungsstellen helfen bei Suchterkrankungen

    Sie leben mit einer Abhängigkeitserkrankung oder haben den Verdacht, süchtig zu sein? Sie sind Angehöriger eines Menschen mit Abhängigkeitserkrankung und suchen nach Hilfe? Suchtberatungsstellen in Deutschland bieten vertrauliche Hilfe bei allen Fragen rund um das Thema Sucht.

    • Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS): Die DHS ist die zentrale Dachorganisation der Suchthilfe in Deutschland. Auf ihrer Website finden Sie eine Liste von regionalen Suchtberatungsstellen und Fachkliniken: www.dhs.de

    • Sucht & Drogen Hotline: Die Hotline ist rund um die Uhr unter der kostenlosen Rufnummer 01806 313031 erreichbar und bietet telefonische Beratung für Betroffene und Angehörige.

    • Bundesweite Online-Sprechstunde der Suchthilfe: Über das Portal des Fachverbands Sucht können Sie eine Online-Beratung in Anspruch nehmen. Die Beratung erfolgt anonym, sicher und datenschutzkonform.

    • Anonyme Selbsthilfegruppen: Verschiedene Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker (AA) oder die Narcotics Anonymous (NA) bieten Treffen für Betroffene an, um sich untereinander auszutauschen und zu unterstützen. Informationen zu Treffen finden Sie auf den jeweiligen Websites.

    Zusätzlich können Sie auch bei Ihrem Hausarzt, beim Gesundheitsamt oder bei psychiatrischen Kliniken weitere Unterstützung erhalten.