Er hat kein offizielles Amt – aber wie Insider in Washington sagen „mit die besten Kontakte“ in der Region. Zwei Jahre nach dem Terror-Anschlag der Hamas auf Israel geht der Blick gebannt ins ägytische Sharm el-Sheikh – und auch auf Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump.
Kushner hat an der Seite des Sonderbeauftragten Steve Witkoff eine wichtige Beobachter- und Vermittlerrolle in den Verhandlungen zwischen Israel und der Hamas über die Befriedung des Krieges im palästinensischen Gaza-Streifen eingenommen – auf Basis jenes 20-Punkte-Plans Trumps, an dem Kushner konzeptionell erheblichen Anteil hat.

Vor allem die ökonomischen Aspekte in einem zukünftige Gaza, das angesichts der monumentalen Zerstörung durch Israels Armee derzeit noch kaum vorstellbar ist, gehen dem Vernehmen nach auf die Ideen des 44-jährigen Ehemanns von Trumps ältester Tochter Ivanka Trump zurück.
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Gaza: Trump-Regierung träumt bereits von Wolkenkratzern und grünen Hügeln
Der Plan umfasst etwas, das als „Elon Musk Smart Manufacturing Zone“ bezeichnet wird. Grafiken, über die die „Washington Post“ berichtete, zeigen sanfte grüne Hügel und reihenweise Wolkenkratzer da, wo heute Trümmerberge liegen. Zukunftsmusik aus weiter Ferne.
Ad hoc geht es darum, die Befreiung der immer noch von der Hamas festgehaltenen Geiseln (im Gegenzug würde Israel palästinensische Kämpfer freilassen) auf die Schiene zu setzen. Binnen Tagen, so hatte Trump es formuliert, müsse diese Grundvoraussetzung für die Einstellung israelischer Angriffe erfüllt werden – sonst „Blutvergießen“.

Kushner soll Scheitern des Friedensplans verhindern – und will Geschäfte machen
Ob der Präsident dabei immer noch den Friedensnobelpreis im Auge hat, dessen Bekanntgabe am kommenden Freitag ansteht, ist offiziell unbekannt. Klar ist nach Einschätzung von Regierungsbeobachtern in Washington, dass Kushner mit dafür Sorge tragen soll, dass der aus vielen aufeinander aufbauenden Elementen bestehende Friedensplan des Weißen Hauses, zu dem auch ein Abzug der israelischen Armee zählt, nicht frühzeitig entgleist.
Parallel, so heißt es, werde der Vater dreier Kinder, der nach Trumps Abwahl 2020 die Politik in Washington verließ und mit der Familie nach Miami zog, seine Geschäfte vorantreiben, die eng mit dem Nahen Osten verbunden sind.

Kushners Investment-Firma bekam von saudi-arabischen Staatsfonds zwei Milliarden Dollar
Kushners Investment-Firma bekam in der Frühphase eine Finanzspritze des saudi-arabischen Staatsfonds über zwei Milliarden Dollar. Was auch auf die exzellenten Kontakte zurückging, die Kushner mit dem saudischen Machthaber Mohammed bin Salman pflegt – was die allgegenwärtigen Korruptionsvorwürfe gegen den Trump-Clan abermals verstärkte.
Mehr von Israel-Korrespondentin Maria Sterkl
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Vergleichsweise leise war dagegen das Rumoren, als Kushner vor wenigen Tagen – erneut an der Seite der Saudis – Geschichte schrieb. Der US-Videospielriese Electronic Arts, bekannt für Gamer-Favoriten wie „Battlefield“ und „Madden NFL“, wird für 55 Milliarden Dollar (rund 47 Milliarden Euro) an ein Investoren-Konsortium verkauft, an dem neben dem saudi-arabischen Staatsfonds PIF und der US-Investmentfirma Silver Lake auch Kushners Unternehmen, Affinity Partners, beteiligt ist.

Mit anderen Worten: Wenn das Königtum in Riad seine Ambitionen vergrößert, die eigene Wirtschaft Öl-unabhängiger zu machen, verdient Jared Kushner spielend mit.





