Am Sonntag wird es ernst in Baden-Württemberg: Gleich fünf Bundesländer wählen 2026 einen neuen Landtag – und das „Ländle“ ist das erste. Dabei entscheidet sich, wer das Amt des Ministerpräsidenten übernimmt, denn Amtsinhaber Winfried Kretschmann (Grüne) tritt nicht erneut an. Die wichtigsten Infos zur Wahl in Baden-Württemberg im Überblick.
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Wann findet die Landtagswahl in Baden-Württemberg statt?
Gewählt wird in Baden-Württemberg am 8. März 2026. Dann sind die 7,7 Millionen Wahlberechtigten im Land aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Die Wahllokale öffnen morgens um 8 Uhr und schließen Punkt 18 Uhr. Genau zu diesem Zeitpunkt werden auch erste Prognosen über den Wahlausgang veröffentlicht. Den jeweils aktuellen Stand der Auszählungen finden Sie am Wahlabend hier.
Was bedeutet das neue Wahlrecht in Baden-Württemberg?
Der Landtag Baden-Württemberg hat im April 2022 ein neues Wahlrecht verabschiedet. Ab der Landtagswahl 2026 verfügen die Bürgerinnen und Bürger, vergleichbar mit der Bundestagswahl, über zwei Stimmen. Die erste Stimme dient der Wahl einer Kandidatin oder eines Kandidaten im jeweiligen der 70 Wahlkreise. Mit der zweiten Stimme entscheiden die Wähler über die Verteilung der Sitze auf die Parteien im Landtag. Dieser umfasst künftig mindestens 120 Abgeordnete.
Landtagswahlen: Wer darf wählen – und wer nicht?
Bei der Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg sind rund 7,7 Millionen Menschen wahlberechtigt. Durch die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre können nach Schätzungen des Statistischen Landesamts etwa 650.000 Personen erstmals ihre Stimme abgeben. Das entspricht einem Anteil von 8,4 Prozent aller Wahlberechtigten. Rund 180.000 dieser Erstwähler sind noch minderjährig.

Wie funktioniert die Briefwahl bei Landtagswahlen?
Alle Wahlberechtigten in Baden-Württemberg konnten bereits in den vergangenen Tagen und Wochen ihre Stimme per Briefwahl abgeben. Die Unterlagen für die Briefwahl konnten per Post, per E-Mail oder über ein Online-Formular beantragt werden. Außerdem bestand die Möglichkeit, sie direkt in einem Wahlbüro abzuholen und dort auszufüllen.
Wer per Briefwahl gewählt hat, sollte den Umschlag inzwischen zur Post gebracht haben. Die Landeswahlleitung empfahl, die ausgefüllten Unterlagen spätestens bis Mittwoch, dem 4. März 2026, zurückzusenden. Maßgeblich ist, dass sie bis Sonntag, dem 8. März 2026, um 18 Uhr beim zuständigen Amt eingegangen sind. Wer seinen Wahlbrief noch nicht abgeschickt hat, kann ihn auch persönlich im zuständigen Wahlbüro abgeben.
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Was muss man ins Wahllokal mitbringen?
Im Wahllokal muss man sich ausweisen können – man benötigt also seinen Personalausweis oder Pass. Hilfreich ist es zudem, die Wahlbenachrichtigung mitzubringen. Sie ist zwar nicht vorgeschrieben, enthält jedoch alle wichtigen Informationen zur Wahl, insbesondere den Hinweis darauf, wo die Stimmabgabe stattfinden soll.
Landtagswahlen 2026 – spannende Hintergründe
Welche Parteien und Spitzenkandidaten stehen zur Wahl?
Für den scheidenden Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann wird ein Nachfolger gesucht. Die Grünen schicken mit dem ehemaligen Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir einen bekannten Bundespolitiker ins Rennen. Sein größter Konkurrent ist Manuel Hagel von der CDU. Beide lagen in den letzten Umfragen mit ihren Parteien nah beieinander.
Hier eine Übersicht zu den Spitzenkandidaten der großen Parteien für die Landtagswahlen in Baden-Württemberg:
- Die Grünen – Cem Özdemir: Cem Özdemir, vielen Wählern aus der Bundespolitik vertraut, schickt sich an, das Erbe von Winfried Kretschmann in Baden-Württemberg anzutreten. Im Land rückt er vor allem wirtschaftliche Themen in den Mittelpunkt, die die Bürgerinnen und Bürger derzeit besonders bewegen.
- CDU – Manuel Hagel: Mario Hagel gilt als Hoffnungsträger der CDU in Baden-Württemberg. Der 37 Jahre alte Politiker möchte seine Partei wieder an die Spitze der Landesregierung führen. Er setzt dabei auf einen breiten Themenkomplex, der die Bekämpfung der Wirtschaftskrise, den Abbau von Bürokratie, mehr Forschung sowie eine stärkere Ausrichtung auf Familien umfasst. Im Wahlkampf leistete er sich jedoch mehrere Patzer und sorgte mit dem Skandal um das „Eva-Video“ für Schlagzeilen.
- SPD – Andreas Stoch: Der Spitzenkandidat der SPD startet nach 2021 einen weiteren Versuch, in Baden-Württemberg Regierungsverantwortung zu übernehmen. Mit den Themen Wirtschaft, Bildung und bezahlbarer Wohnraum möchte er das bislang schlechteste Ergebnis seiner Partei aus dem Jahr 2021 hinter sich lassen.
- AfD – Markus Frohnmaier: Der Bundestagsabgeordnete stellt bei dieser Wahl eine Besonderheit dar. Er tritt ausschließlich für das Amt des Ministerpräsidenten an und bewirbt sich nicht um ein Mandat im Landtag.
- FDP – Dr. Hans-Ulrich Rülke: Der Spitzenkandidat der FDP möchte seine zwanzig Jahre Erfahrung als Landtagsabgeordneter in die Wahl einbringen. Bereits zum dritten Mal nach 2016 und 2021 tritt er als Spitzenkandidat an und hat in der Vergangenheit gute Ergebnisse für seine Partei erzielt. Mit einem klaren Schwerpunkt auf dem Abbau von Bürokratie strebt er eine Beteiligung an der Landesregierung an.
- Die Linke: Die Linke tritt in Baden-Württemberg mit einem politischen Trio aus Kim Sophie Bohnen, Amelie Vollmer und Mersedeh Ghazaei an. Im Mittelpunkt ihrer Politik stehen bezahlbares Wohnen, Bildung, Friedenspolitik sowie eine soziale und gerechte Ausrichtung der Landespolitik.







