Russland steht offenbar kurz davor, das Mittelstreckenraketensystem „Oreshnik“ in Belarus zu stationieren. Dies geht aus Angaben des Leiters des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes, Oleg Ivashchenko, hervor. Die Maßnahme soll vor allem den Druck auf Europa erhöhen, berichtete Ivashchenko gegenüber dem ukrainischen Portal „Ukrinform.ua“.
Ivashchenko zufolge beobachte man derzeit erste Vorbereitungen für die Stationierung, etwa den Bau militärischer Anlagen für die Startrampen sowie für Überwachungs- und Kommunikationssysteme. „Bislang wurden diese Maßnahmen jedoch noch nicht umgesetzt“, betonte er gegenüber dem Portal. Russland könne die Startrampe für die Mittelstreckenraketen zwar physisch aufstellen, ohne die Fertigstellung der übrigen Komponenten diene sie jedoch lediglich als Attrappe.
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Der Geheimdienstchef machte zudem deutlich, dass Belarus selbst im Falle einer Stationierung keinerlei Befugnisse über den Einsatz der Raketen hätte. Das System bleibe unter der Kontrolle der russischen Strategischen Raketenstreitkräfte. Laut Ivashchenko dient die Stationierung sowohl dem Schutz der Raketen vor möglichen ukrainischen Angriffen als auch dazu, die Flugzeit von Raketen zu europäischen Hauptstädten zu verkürzen und Überraschungsangriffe zu ermöglichen. Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben derzeit nicht. Allerdings hatte Belarus’ Präsident Alexander Lukaschenko bereits im Oktober angekündigt, dass das russische Raketen-System im Dezember in Kampfeinsatz versetzt werden solle.
Oreshnik: Russlands Raketen könnten auch deutsche Städte erreichen
Bisher ist die Oreshnik-Rakete nur einmal eingesetzt worden – bei einem Angriff auf die ukrainische Stadt Dnipro im November 2023, wie mehrere Medien unter Berufung auf westliche Analysten schätzen. Sie basiert auf der sowjetischen RS-26 Rubezh und verfügt über eine Reichweite von mehr als 4000 Kilometern.
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Ivashchenko betonte außerdem, dass Belarus bislang keine Atomwaffen besitze, sondern lediglich deren Trägersysteme. Die Stationierung des Oreshnik-Raketensystems ziele primär auf die EU und die NATO, nicht direkt auf die Ukraine.
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