Die Szene zwischen Donald Trump und Jeffrey Epstein soll sich Mitte der 90er-Jahre abgespielt haben, entfaltet jedoch erst ihre volle Wirkung. 

Im Zuge ihrer Männerfreundschaft mit regelmäßigen Telefonaten, wechselseitigen Besuchen und gemeinsamen Frauenaufreißstreifzügen diskutierten der heutige US-Präsident und der 2019 im Gefängnis gestorbene Seriensexualstraftäter darüber, „wie viel Schamhaar eine bestimmte Frau hatte und ob es genug war, dass Mr. Epstein sich damit die Zähne säubern konnte”. 

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So hat es eine ehemalige Mitarbeiterin des Finanziers und Nachlassverwalters der „New York Times“ erzählt. In einem weiteren Telefonat beschrieb Trump, wie er Sex mit einer Frau auf einem Billardtisch hatte. Die damalige Assistentin sagte, Epstein schien es zu genießen, sie durch die auf laut gestellten Gespräche in Verlegenheit zu bringen.

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    Die Veröffentlichung, eingebettet in die bisher umfassendste Recherche über die Beziehung der beiden Männer, bei der 30 Mitarbeiter, Opfer und Geschäftspartner Epsteins Auskunft gaben, kommt für Trump zu einem ungünstigen Zeitpunkt. 

    „Sie jagten Frauen in einem Spiel um Ego und Dominanz“

    Bis Freitag war Justizministerin Pam Bondi durch Richterbeschlüsse und Kongressbeschlüsse gezwungen, den bislang unter der Decke gehaltenen Aktenberg über die beiden Strafverfahren gegen Epstein wegen des Menschenhandels und Missbrauchs Hunderter junger Frauen freizugeben.

    Zwar kommt das Blatt zu der Feststellung, dass es keine Hinweise darauf gibt, dass Trump in Epsteins Missbrauch und den Handel mit Minderjährigen verwickelt war. 

    Jeffrey Epstein: Neue Bilder aus der Vergangenheit des Sexualstraftäters

    Jeffrey Epstein soll in seinem Privatjet immer wieder Frauen und Freunde auf seine Insel mitgenommen haben.
    Jeffrey Epstein soll in seinem Privatjet immer wieder Frauen und Freunde auf seine Insel mitgenommen haben. © AFP | -
    Auf neu aufgetauchten Bildern ist unter anderem Milliardär Bill Gates mit einer jungen Frau zu sehen.
    Auf neu aufgetauchten Bildern ist unter anderem Milliardär Bill Gates mit einer jungen Frau zu sehen.© AFP | -
    Es gibt auch Bilder von Bill Clinton. Hier zusammen mit Michael Jackson und Diana Ross.
    Es gibt auch Bilder von Bill Clinton. Hier zusammen mit Michael Jackson und Diana Ross.© AFP | HANDOUT
    Dieses Foto, das vom US-Justizministerium veröffentlicht wurde, zeigt Bill Clinton in einem Whirlpool. Neben ihm befindet sich eine weitere Person, deren Gesicht geschwärzt wurde. Wann dieses Foto entstand, wurde nicht gesagt.
    Bill Clinton liegt in einem Whirlpool. Neben ihm wurde das Gesicht einer Person geschwärzt. © AFP | HANDOUT
    Mick Jagger (l) und Bill Clinton (r) lassen sich mit einer Frau in ihrer Mitte fotografieren. Das Gesicht der Frau wurde geschwärzt.
    Mick Jagger (l) und Bill Clinton (r) lassen sich mit einer Frau in ihrer Mitte fotografieren. Das Gesicht der Frau wurde geschwärzt.© US-Justizministerium | US-Justizministerium
    Die Frauen sind auf den Bildern zu ihrem Schutz unkenntlich gemacht.
    Die Frauen sind auf den Bildern zu ihrem Schutz unkenntlich gemacht. © AFP | -
    Bill Clinton legt den Arm um eine Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.
    Bill Clinton legt den Arm um eine Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde.© US-Justizministerium | US-Justizministerium
    Auch der Regisseur Woody Allen taucht immer wieder in den Akten auf. Gegen ihn gab es bereits in der Vergangenheit Missbrauchsvorwürfe.
    Auch der Regisseur Woody Allen taucht immer wieder in den Akten auf. Gegen ihn gab es bereits in der Vergangenheit Missbrauchsvorwürfe. © AFP | -
    Epstein soll auch Minderjährige missbraucht und sich des Menschenhandels schuldig gemacht haben.
    Epstein soll auch Minderjährige missbraucht und sich des Menschenhandels schuldig gemacht haben.© AFP | -
    Auch Noam Chomsky, Professor, Publizist und bekannter Intellektueller in den USA, hatte offenbar engeren Kontakt zu Epstein als bislang bekannt.
    Auch Noam Chomsky, Professor, Publizist und bekannter Intellektueller in den USA, hatte offenbar engeren Kontakt zu Epstein als bislang bekannt.© AFP | -
    Trumps früherer Berater und Wahlkampf-Stratege Steve Bannon taucht ebenfalls in den Epstein-Akten auf.
    Trumps früherer Berater und Wahlkampf-Stratege Steve Bannon taucht ebenfalls in den Epstein-Akten auf. © AFP | -

    Allein, die Beteuerung des Präsidenten, er habe mit Epstein kaum Kontakt gehabt und Anfang der 2000er-Jahre mit ihm offiziell gebrochen, ist nach den vorliegenden Informationen nicht mehr zu halten, sagen Insider in Washington. „Die Beziehung der beiden Männer war weitaus enger und komplexer, als der Präsident jetzt zugibt.“ 

    „Weibliche Körper waren ihre Währung”

    Die Rechercheure fanden heraus, dass Trump und Epstein seit den späteren 1980er-Jahren ständig in Kontakt waren, in gemeinsamen sozialen Kreise verkehrten, die sich vordringlich um den Zugang zu jungen Frauen drehten („Sie jagten Frauen in einem Spiel um Ego und Dominanz. Weibliche Körper waren ihre Währung”), und gegenseitig Kenntnis von ihren sexuellen Präferenzen hatten. Der Draht war so eng, dass Trump Ende der 90er-Jahre in einer Buchwidmung an Epstein schrieb: „An Jeff – du bist der Größte! Donald.“

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    Als Klammer ihrer gemeinsamen Interessen diente offenbar die Welt der Models und Schönheitswettbewerbe. Hier, so die „New York Times“, stillten Trump wie Epstein ihren Hunger auf junge Frauen, die zu Partys in Mar-a-Lago (Trump) und New York (Epstein) eingeflogen wurden. In einem Fall sei die zweite Ehefrau Trumps, Marla Maples, als Warnerin gegenüber der Mutter einer damals 14-Jährigen aufgetreten: „Was auch immer Sie tun, lassen Sie sie nicht in die Nähe dieser Männer, insbesondere nicht in die Nähe meines Mannes.” Maples bestreitet das heute.

    Parallel zu dem „New York Times“-Bericht haben die Demokraten im Kongress weitere Fotos aus dem Epstein-Nachlass veröffentlicht, die den Finanzier mit etlichen Promis von Bill Gates bis Woody Allen zeigen. Einige Bilder zeigen weibliche Körperteile, auf denen handschriftlich geschriebene Zitate aus „Lolita”, dem berühmt-berüchtigten Roman von Vladimir Nabokov, zu sehen sind.