Seit Monaten beschwert sich US-Präsident Donald Trump, dass er für seine Bemühungen in Israel, Palästina, Venezuela oder der Ukraine den Friedensnobelpreis verdient hätte. Nun könnte sein Wunsch wahr geworden sein – zumindest die Friedensnobelpreis-Medaille gehört nun offenbar ihm. So gab die venezolanische Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado bekannt, bei einem Mittagessen mit Trump im Weißen Haus ihm die Medaille überreicht zu haben. Zuvor hatte die Oppositionsführerin ihm bereits den Preis gewidmet.

Sie äußerte sich nach dem Treffen der beiden in Washington nicht dazu, ob Trump ihr Geschenk auch angenommen habe. Im vergangenen Jahr wurde Machado für ihre Bemühungen um die Förderung demokratischer Rechte und eines friedlichen Übergangs von der Diktatur zur Demokratie in Venezuela ausgezeichnet. Sie galt noch vor dem Fall des autoritären Regimes von Nicolás Maduro als wichtigste Oppositionsführerin des Landes.

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Nobelpreis für Trump: Nobelkomitee verbietet Weitergabe

Nobelpreis-Gewinner erhalten neben einer Urkunde auch eine goldene Medaille. Das Nobelpreis-Institut hatte schon vor Tagen klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne. Der Präsident hatte vor dem Treffen mit Machado klargemacht, dass er aber genau das erwartet: Machado solle ihren Nobelpreis an ihn weiterreichen. Bei dem Treffen dürfte es auch um die Zukunft Venezuelas gehen. Diese scheint seit der Absetzung von Präsident Nicolás Maduro durch die USA ungewiss.

Anfang Januar hatte Machado dem US-Sender Fox News gesagt, sie sei zur Weitergabe des Nobelpreises an Trump bereit. „Weil dies der Preis des venezolanischen Volkes ist, wollen wir ihn (Trump) natürlich überreichen und ihn mit ihm teilen“, betonte die venezolanische Oppositionspolitikerin. „Das wäre eine große Ehre“, reagierte Trump, der den Nobelpreis in seinem Onlinedienst Truth Social prompt falsch schrieb – „Noble“, wie das englische Wort für edel.

Ob Trump die Medaille nun behält, war zunächst nicht klar. Das Nobelkomitee in Oslo hatte betont, dass der Preis nach den seit rund 125 Jahren gültigen Regeln nicht weitergegeben werden könne. „Sobald ein Nobelpreis bekannt gegeben wurde, kann er weder widerrufen, geteilt noch an andere übertragen werden. Die Entscheidung ist endgültig und gilt für alle Zeiten“, erklärte das Komitee.

News aus den USA

Machdo kämpft um Rolle als legitime Nachfolgerin von Maduro

Vor Machados Ankunft hatten sich Unterstützer mit venezolanischen Flaggen vor dem Weißen Haus versammelt. „Danke an die Trump-Regierung“, hieß es auf einem Banner.

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US-Angriff auf Venezuela: Maduro festgesetzt – was jetzt folgt
Im Krisenmodus
 

Machado kämpft um ihre künftige Rolle in Venezuela, wo Trump Anfang des Jahres den autoritären Machthaber Nicolás Maduro und dessen Frau mit Militärgewalt in Gewahrsam nehmen und in die USA bringen ließ, wo ihnen Drogenschmuggel vorgeworfen wird. Trump hatte bisher gesagt, Machado habe nicht den nötigen Rückhalt und Respekt in Venezuela, um das Land zu führen. Die USA setzen aktuell auf Maduros Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die den Spitzenposten übernahm.

Machados rechtsliberale Partei Vente Venezuela hatte nach Angaben der Opposition die Präsidentschaftswahl 2024 gewonnen. Maduro rief sich allerdings zum Sieger aus, was die USA und zahlreiche weitere Staaten scharf kritisierten. Machado selbst durfte bei dem Urnengang nicht antreten.

mit dpa/afp