Es sind schreckliche Nachrichten, die seit einigen Tagen um die Welt gehen. Im Iran sind zahlreiche Menschen gegen das Mullah-Regime auf die Straße gegangen. Die Aufstände wurden von den Revolutionsgarden gewaltsam niedergeschlagen. Wer nicht schon während der Proteste starb, wurde verhaftet und muss fürchten, hingerichtet zu werden. Doch nicht nur Demonstranten müssen aktuell im Iran um ihr Leben fürchten.

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Iran: Arzt nach Behandlung von Verletzten brutal verhaftet

Wie der „Guardian“ berichtet, sollen mindestens neun Mediziner dafür verhaftet worden sein, dass sie die Verletzten bei den Unruhen medizinisch versorgt haben. Der Chirurg Alireza Golchini soll demnach wegen „Moharebeh“ (auf Deutsch: Krieg gegen Gott) angeklagt worden sein. Auf dieses Vergehen soll die Todesstrafe stehen. Kurz vor seiner Verhaftung am 10. Januar soll er eine Nachricht in den sozialen Medien veröffentlicht haben, in der er Betroffene aufrief, sich zur Behandlung bei ihm zu melden. Auch seine Telefonnummer gab er in dem Posting an.

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#17 Omid Nouripour über seine Flucht aus dem Iran – und wie man auf Farsi rappt
Meine schwerste Entscheidung
 

Sein in Kanada lebender Cousin, Nima Golchini, berichtete gegenüber dem britischen Medium nun von der Verhaftung des Arztes: „Er wurde vor den Augen seiner Frau und seines erst elfjährigen Sohnes brutal verhaftet. Sie schlugen ihn bei der Verhaftung so schwer, dass sie ihm den Arm und die Rippen brachen und ihn aus dem Haus zerrten. Meine Familie ist zutiefst verängstigt.“ Dabei habe der 52-Jährige nur seine Pflicht getan und Menschenleben gerettet. „Er hatte geschworen, Menschenleben zu retten. Wie kann ein Arzt seinen Eid brechen? Ich mache mir nicht nur Sorgen um ihn, sondern auch um andere Mitarbeiter im Gesundheitswesen“, so Nima Golchini.

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Unruhen im Iran: Mehr als 6000 Aktivisten laut Menschenrechtlern getötet

Laut der in den USA ansässigen Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) sollen offiziell mehr als 6000 Aktivisten bei den jüngsten Unruhen ums Leben gekommen sein. Die NGO, die über ein umfangreiches Netzwerk von Informanten im Iran verfügt, fügte hinzu, dass sie noch weitere mehr als 17.000 mögliche Todesfälle untersuche. Zudem seien mindestens 41.880 Menschen im Zuge der Demonstrationen festgenommen worden. 

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Vonseiten der iranischen Behörden gab es zu den Verhaftungen des medizinischen Personals keine Bestätigung oder ein Dementi. Das US-Außenministerium gab jedoch eine Erklärung ab, in der es die Freilassungen des Chirurgen Golchini forderte und „aller mutigen Ärzte, die ihren Landsleuten geholfen haben“. Zudem wurde der Regierung unter der Führung von Ali Chamenei erneut gedroht: „Präsident Trump hat unmissverständlich erklärt, dass im Iran keine Hinrichtungen stattfinden dürfen und dass die Regierung Konsequenzen tragen wird, sollte sie solche Maßnahmen ergreifen.“