Die Bundeswehr löst noch keine Begeisterungsstürme aus. Seit Einführung des neuen Wehrdienst-Fragebogens zum 1. Januar hat lediglich rund ein Viertel der angeschriebenen jungen Männer und Frauen darauf reagiert. Der Rücklauf bei den auskunftspflichtigen Männern liege zuletzt bei rund 50 Prozent, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) unter Berufung auf Koalitionskreise. Unter den Frauen, die nicht verpflichtet sind, zu antworten, hätten bisher nur etwa sechs Prozent reagiert.
Antwortfrist für Bundeswehr-Dienst: Genaue Zahlen zum Rücklauf noch unklar
Wie hoch der Anteil derer ist, die zu einem Dienst in der Bundeswehr bereit wären, geht aus den Zahlen nicht hervor. Die Frist, in der männliche 18-Jährige antworten müssen, beträgt vier Wochen. Das Verteidigungsministerium äußerte sich auf Anfrage des RND zunächst nicht.
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Durch die seit Jahresbeginn geltende Wehrdienstreform müssen 18-jährige Männer verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und dann zur Musterung. Die Entscheidung über den Dienst bei der Bundeswehr bleibt aber freiwillig. Ziel ist es, die Zahl der aktiven Bundeswehr-Soldatinnen und Bundeswehr-Soldaten bis 2035 von derzeit gut 184.000 auf 255.000 bis 270.000 zu erhöhen.
Das Gesetz über den freiwilligen Wehrdienst nennt dabei für jedes Jahr bis 2035 einen Zielkorridor bei den Personalzahlen. Es lässt allerdings offen, wann überprüft wird, ob diese Wegmarken auch erreicht worden sind. Ist dies nicht der Fall, könnte eine sogenannte Bedarfswehrpflicht kommen. Diese soll dann die Lücken zwischen dem Bedarf der Streitkräfte und der tatsächlichen Zahl der zur Verfügung stehenden Soldatinnen und Soldaten schließen.
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Bundeswehr-Fragebogen: 15 Fragen klären Bereitschaft zum Wehrdienst
Der Fragebogen liegt auch dieser Redaktion vor. Der Zeitaufwand zum Ausfüllen des Dokuments hält sich in Grenzen: Nach dem Log-in per 16-stelligem Zugangscode und der Angabe der persönlichen Daten folgen 15 kurze Fragen. Unter anderem werden die schulische Ausbildung, das eigene Fitnesslevel oder die Bereitschaft zum Wehrdienst abgefragt.
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Letzteres wird dann auf einer Skala von null bis zehn angegeben. Sobald das Interesse am Dienst bei der Bundeswehr über null liegt, müssen die Befragten eine E-Mail-Adresse sowie eine Telefonnummer eintragen. Über diese Daten wird dann Kontakt mit möglichen Soldaten oder Soldatinnen aufgenommen. Auch die bevorzugte Dauer eines Wehrdienstes wird abgefragt: In mehreren Stufen lassen sich dabei sechs Monate oder mehr als sechs Jahre angeben.
Das Ausfüllen des Bogens ist für junge Männer Pflicht. Selbst wenn sie keinen Kriegsdienst leisten können oder untauglich wären. Sollten sie jedoch die Vierwochenfrist verstreichen lassen, werden sie erneut erinnert. Wer auch dann nicht reagiert, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Diese wird mit einem Bußgeld belegt – je nach Einkommen und individuellen Umständen.

Anfang Februar hatte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) erklärt, dass rund 40.000 Fragebögen verschickt worden seien. Zwar ließen sich wohl erst in zwei, drei Monaten Rückschlüsse auf die Bereitschaft junger Männer und Frauen zu einem Dienst in der Bundeswehr ziehen. Er sei dennoch zuversichtlich, auch künftig auf eine allgemeine Wehrpflicht verzichten zu können. Viele Experten und Verteidigungspolitiker in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bezweifeln das.
jcst





