Der ehemalige US-Präsident Barack Obama hat bei einer Gedenkveranstaltung für den verstorbenen Bürgerrechtler Jesse Jackson eindringlich vor den anhaltenden Gefahren für demokratische Institutionen in den USA gewarnt. „Jeden Tag wachen wir auf mit einem neuen Angriff auf unsere demokratischen Institutionen, einem weiteren Rückschlag für die Idee der Rechtsstaatlichkeit, einem Verstoß gegen den allgemeinen Anstand“, sagte Obama in Chicago. Ohne den ehemaligen Präsidenten Donald Trump direkt zu nennen, kritisierte er, dass „Menschen in hohen Ämtern” dazu aufriefen, Angst voreinander zu haben und einander anzugreifen.
Obama äußerte sich zudem besorgt über die heutige Geringschätzung von Wissenschaft und Expertenwissen. Diese würden ständig angegriffen, erklärte er: „Überall sehen wir, wie Gier und Vorurteile gefeiert werden und wie Schikanen und Spott als Stärke ausgegeben werden, während Wissenschaft und Fachwissen verunglimpft und Unwissenheit, Unehrlichkeit, Grausamkeit und Korruption belohnt werden.“ Angesichts solcher Entwicklungen sei es „schwer, die Hoffnung zu bewahren“.
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Er warnte, dass viele dazu verleitet werden könnten, sich mit der bestehenden Macht zu arrangieren oder einfach abzuwarten, bis die widrigen Zustände sich wieder besserten. Doch Jesse Jackson habe dazu inspiriert, einen mutigeren Weg zu gehen. Seine Stimme habe Menschen dazu aufgerufen, selbst zu „Boten des Wandels und der Hoffnung“, betonte Obama.
Zur Gedenkfeier waren auch die früheren Präsidenten Joe Biden und Bill Clinton sowie die ehemalige Vizepräsidentin Kamala Harris erschienen. Jackson, der im vergangenen Monat im Alter von 84 Jahren verstorben war, setzte sich jahrzehntelang aktiv für Bürgerrechte, das Wahlrecht und die Beendigung der Rassentrennung in den USA ein. Laut den Rednern mobilisierte er Millionen Menschen und hinterließ einen bedeutenden Einfluss auf die Bürgerrechtsbewegung.
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Der amtierende Präsident Donald Trump nahm nach Angaben des Weißen Hauses nicht an der Veranstaltung teil, da er andere Verpflichtungen hatte. Im Anschluss an die Gedenkfeier äußerte sich das Weiße Haus kritisch gegenüber Obama. Sprecher Steven Cheung bezeichnete ihn in einer Stellungnahme als „totale Schande“.







