Die Bundesregierung hat den Druck auf junge Menschen mit dem neuen freiwilligen Wehrdienst offenbar deutlich erhöht. Eine erste Reaktion scheint es bereits zu geben. Bis Ende Februar hätten sich rund 16.100 Menschen für eine militärische Laufbahn beworben – ein Plus von 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte.
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Diese Tendenz spiegle sich auch in den Neueinstellungen wider: Im Februar gab es mehr als 5300 Einstellungen und damit 14 Prozent mehr als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Insbesondere bei Mannschaftssoldatinnen und -soldaten im Rahmen des Neuen Wehrdienstes sei der Personalbestand im Vergleich zum Vorjahr signifikant erhöht worden, teilte das Ministerium weiter mit.
Bundeswehr verzeichnet 15 Prozent mehr Freiwillige und Zeitsoldaten
Derzeit sind demnach rund 13.400 Personen als freiwillig Wehrdienstleistende (sechs bis elf Monate) und kurzdienende Zeitsoldaten (zwölf bis 23 Monate) in der Bundeswehr tätig – ein Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Der neue Wehrdienst sieht vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen. Der Wehrdienst an sich bleibt aber vorerst freiwillig. Für Frauen sind sowohl das Ausfüllen des Fragebogens als auch die Musterung freiwillig. Gleichzeitig wird jedoch auch weiterhin über die Wehrpflicht diskutiert. Der Wehrbeauftragte Henning Otte äußerte jüngst in seinem neuen Jahresbericht „Zweifel an der Erfolgsaussicht des Freiwilligkeitsprinzips“.
Bundeswehr verzeichnet leichten Zuwachs bei der Personalstärke
Die aktive Personalstärke der Bundeswehr beträgt den Angaben zufolge aktuell rund 186.200 Soldatinnen und Soldaten, was einem Zuwachs von rund 3600 Personen im Vergleich zum Februar 2025 entspricht. Im Januar dieses Jahres waren es mit rund 186.400 Soldatinnen und Soldaten fast genauso viele.
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Die Gesamtpersonalstärke wird laut Ministerium im Jahresverlauf weiterhin saisonalen Schwankungen unterliegen. Im Frühjahr scheiden demnach erfahrungsgemäß überproportional viele Soldatinnen und Soldaten zu ihrem Dienstzeitende planmäßig aus, um etwa einen zivilen Beruf zu ergreifen, in ein Studium oder eine Ausbildung im Sommerhalbjahr einzusteigen. Außerdem sei die Nachfrage nach Grundausbildungen nicht so stark wie etwa in der zweiten Jahreshälfte.
AFP/jle




