Die Bundeswehr spielt wieder eine Rolle im Leben junger Menschen. Zumindest machen sich offenbar mehr Leute Gedanken darüber, ob sie im Kriegsfall bereit wären, Deutschland mit der Waffe – oder gar ihrem Leben – zu verteidigen. Das lässt sich an zwei Entwicklungen ablesen, die auf den ersten Blick paradox erscheinen.

Zum einen steigen bei der Bundeswehr die Bewerberzahlen. Mit mehr als 5800 Einstellungen seien im ersten Quartal 2026 zehn Prozent mehr Personal gewonnen worden als im Vorjahr, hatte das Verteidigungsministerium Mitte April mitgeteilt. Auch beim freiwilligen Wehrdienst verzeichnete die Truppe ein Plus von 13,5 Prozent.

Zum anderen steigt die Zahl der Kriegsdienstverweigerer. Im ersten Quartal dieses Jahres hätten bereits 2656 Menschen einen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung gestellt. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) unter Berufung auf das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

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Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2024 hatten insgesamt 2998 Menschen einen solchen Antrag gestellt. 2025 waren es bereits 3867. Hält der Trend an, könnte die Zahl 2026 auf den höchsten Stand seit Aussetzung der Wehrpflicht 2011 zusteuern. Parallel dazu gibt es aber Menschen, die ihre bereits erfolgte Kriegsdienstverweigerung widerrufen. Im vergangenen Jahr war das dem NOZ-Bericht zufolge 781 Mal der Fall, im ersten Quartal dieses Jahres bereits 233 Mal.

Seit dem 1. Januar ist die Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008 wieder verpflichtend. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden.

dpa/os/lro