Als Russlands Staatschef Wladimir Putin im Februar 2022 seiner Armee den Befehl gab, die Ukraine zu überfallen und die Regierung in Kiew zu stürzen, glaubte er, dass dies in kürzester Zeit erledigt sein würde. Mehr als vier Jahre ist das jetzt her.
Seine Ziele hat Putin verfehlt: Die Ukraine ist immer noch ein unabhängiges Land, Russlands Truppen stecken fest, die Wirtschaft ächzt unter internationalen Sanktionen, und Kiews Armee ist inzwischen in der Lage, mit Drohnen weit im russischen Hinterland zuzuschlagen. Am Samstag sah sich Putin genötigt, bei der Militärparade zum Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland auf die Präsentation schwerer Waffen zu verzichten – aus Sicherheitsgründen.

Wladimir Putin: Er müsste mit einer Waffenruhe in Vorleistung gehen
Angesichts dieser Lage lässt der neueste Vorschlag des Präsidenten aufhorchen: Er bringt Ex-Kanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Gespräch. Das hört sich erst einmal interessant an.
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Aber Vorsicht: Wenn Putin tatsächlich an einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Konflikts interessiert wäre, könnte er mit einer dauerhaften Waffenruhe in Vorleistung gehen. Vermittlungsbemühungen, insbesondere durch die USA, gab es bereits zuhauf.

Um es vorsichtig zu formulieren: Schröder ist nicht die Person, die sich als Vermittler aufdrängt. Er ist eng mit Putin befreundet, stand nach seiner Amtszeit viele Jahre auf der Gehaltsliste russischer Energiekonzerne und lehnte es auch nach dem Überfall auf die Ukraine ab, mit seinem Moskauer Kumpel zu brechen. So einen Vermittler kann die Ukraine kaum akzeptieren und der Westen auch nicht. Es gibt in Europa viele ehemalige Staatslenker, die als ehrliche Makler infrage kämen. Schröder gehört nicht dazu.


