Laut russischen Hauptstadtmedien war es eine der heftigsten Attacken seit Beginn der Invasion: Bei ukrainischen Gegenangriffen mit mehr als 100 Drohnen sind nahe Moskau nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet worden. Und das, obwohl sich die Metropolregion eigentlich mit der besten und dichtesten Flugabwehr in Russland rühmt.
Gouverneur Andrej Worobjow sprach zudem von fünf Verletzten, nachdem im Zuge der Angriffe zahlreiche Wohnhäuser beschädigt worden seien. In Moskau berichtete Bürgermeister Sergej Sobjanin von zwölf Verletzten beim Angriff auf eine Ölraffinerie. Getroffen worden seien Bauarbeiter nahe der Anlage, das Werk selbst sei technisch weiter intakt.
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Moskau: Reisende saßen stundenlang fest
Die Russen erleben zunehmend, wie der von Kremlchef Wladimir Putin befohlene Krieg gegen die Ukraine auf sie selbst zurückschlägt. „Allen Verletzten wird die notwendige medizinische Hilfe zuteil. Den Familien der Verstorbenen und Verletzten werden wir auf jeden Fall helfen“, so Gouverneur Worobjow bei Telegram.
Auf den Flughäfen der Hauptstadt saßen Reisende stundenlang fest, weil es wegen der Drohnengefahr zeitweilig keine Starts und Landungen gab. Dutzende Flüge fielen aus, verspäteten sich oder wurden auf andere Airports umgeleitet.
Aktuelle News zum Ukraine-Krieg
Russland: 586 Drohnen abgeschossen?
Das russische Verteidigungsministerium behauptete am Morgen, in verschiedenen Regionen 586 Drohnen abgeschossen zu haben. Das wäre eine überdurchschnittlich hohe Zahl. Von unabhängiger Seite sind diese Angaben nicht überprüfbar. Allein in Moskau berichtete Bürgermeister Sobjanin in seinem Telegram-Kanal von mehr als 120 abgeschossenen Flugobjekten.
In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine starb laut örtlichen Medien ein Mann in einem Lastwagen, als das Fahrzeug von einer Drohne getroffen wurde. Eine offizielle Bestätigung der Behörden gab es zunächst nicht. Die Zahlen der toten und verletzten Zivilisten sowie Schäden auf russischer Seite stehen in keinem Verhältnis zu den um ein Vielfaches höheren Verlusten und massiven Zerstörungen in der Ukraine durch Moskaus verheerenden Angriffskrieg.
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Selenskyj: 52 Tote und Hunderte Verletzte in einer Woche
Kurz nach der Attacke dankte der ukrainische Präsident dem Geheimdienst SBU und allen Streitkräften seines Landes für die „Präzision“: „Diesmal haben ukrainische Langstreckensanktionen den Moskauer Region erreicht, und wir sagen den Russen klar: Ihr Staat muss seinen Krieg beenden“, so Selenskyj bei X. Die Dichte russischer Luftabwehr sei in der Region um Moskau, rund 500 Kilometer hinter der Grenze, am höchsten. „Aber wir überwinden es.“
Our responses to Russia’s prolongation of the war and its attacks on our cities and communities are entirely justified. This time, Ukrainian long-range sanctions reached the Moscow region, and we are clearly telling the Russians: their state must end its war. Ukrainian drone and… pic.twitter.com/BVFJ1BJQ1i
— Volodymyr Zelenskyy / Володимир Зеленський (@ZelenskyyUa) 17. Mai 2026
Bereits vor dem Drohnenangriff hatte der Präsident nach tödlichen russischen Attacken Vergeltung angedroht. Allein in der zurückliegenden Woche hätten die Russen über 3170 flugzeugähnliche Drohnen, mehr als 1300 Gleitbomben und 74 Raketen und Marschflugkörper gegen die Ukraine eingesetzt. „Leider kamen infolge der Angriffe im Laufe der Woche 52 Menschen ums Leben“, teilte er am Morgen in seinem Telegram-Kanal mit. Weitere 346 Menschen seien verletzt worden, darunter 22 Kinder.
„Unsere Bevölkerung braucht mehr Schutz, und alles, was die ukrainische Luftabwehr unterstützt, trägt letztlich dazu bei, Leben zu retten“, sagte er. Die Ukraine brauche mehr Schutz gegen ballistische Raketen – und stärkere Unterstützung von ihren Verbündeten. Die ukrainische Flugabwehr meldete am Morgen, dass Russland mit fast 300 Drohnen angegriffen habe, 279 seien unschädlich gemacht worden.
Drohnenalarm in Lettland: Flugobjekt durchquert Luftraum
Im Baltikum informierten die Streitkräfte des EU- und Nato-Mitglieds Lettland Anwohner über eine mögliche Bedrohungslage durch eine Drohne im Osten des Landes. Das Flugobjekt sei am Morgen in den Luftraum eingedrungen und habe diesen dann wieder verlassen, teilten die Streitkräfte mit. Kampfjets der Nato seien aktiviert worden, hieß es, ohne nähere Angaben. In der Vergangenheit kam es bereits zu Explosionen durch Drohnenvorfälle auf lettischem Gebiet.
„Solange die russische Aggression in der Ukraine andauert, ist es möglich, dass es erneut zu Vorfällen kommt, bei denen ausländische Drohnen in den lettischen Luftraum eindringen oder sich diesem nähern“, teilte das Militär weiter mit. Der Luftraum werde ständig überwacht, gemeinsam mit den Nato-Verbündeten sei auch eine schnelle Reaktion auf Bedrohungslagen gewährleistet.
daw, dpa





![DIESES FOTO WIRD VON DER RUSSISCHEN STAATSAGENTUR TASS ZUR VERFÜGUNG GESTELLT. [RUSSIA, LUGANSK PEOPLE'S REPUBLIC - JULY 29, 2026: A serviceman from the military commandants office of the Lugansk People's Republic performs an air defence duty to protect the airspace of the Lugansk People's Republic. Alexander Reka/TASS] Air defence in Lugansk People's Republic, Russia](https://img.sparknews.funkemedien.de/412741926/412741926_1785999935_v16_9_1200.jpeg)



