Der Bund will bei Integrationskursen deutlich weniger Geld ausgeben – NRW-Integrationsministerin Verena Schäffer (Grüne) hält das für einen Fehler. Im Bundeshaushalt 2027 sind für die Kurse nur noch 590 Millionen Euro eingeplant, bislang war es rund eine Milliarde. „In Anbetracht unserer demografischen Entwicklung und des Mangels an Fachkräften ist die Kürzung der Bundesmittel der falsche Weg“, teilte Schäffer auf Anfrage unserer Redaktion mit.
Im NRW-Integrationsministerium ist die Sorge groß. „Deutschland ist darauf angewiesen, dass eingewanderte Menschen schnell Deutsch lernen und ihre beruflichen Qualifikationen einbringen. Jede Verzögerung der sprachlichen Integration erschwert den Zugang zum Arbeitsmarkt und führt zu gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgekosten“, so die Ministerin.
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Integrationskurse sind ein staatlich gefördertes Basisangebot. Sie sollen Neuzugewanderten helfen, sich sprachlich und gesellschaftlich zurechtzufinden. „Integrationskurse sind unerlässlich, denn sie vermitteln Grundkenntnisse in der deutschen Sprache sowie ein Verständnis für die Werte unserer Gesellschaft. Sie unterstützen Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte außerdem dabei, zentrale Bereiche des alltäglichen Lebens selbstständig zu bewältigen“, erklärte Schäffer.
Bereits bei der Integrationsministerkonferenz habe sie sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Bundesländern dagegengestemmt. „Diese Forderung habe ich dem Bundesinnenminister auch persönlich in einem Brief mitgeteilt“.
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Auch vor Ort zeigen sich die Folgen. Die Kürzungen treffen Lehrerinnen und Lehrer, viele von ihnen arbeiten befristet oder auf Honorarbasis. An der VHS Wesel könnten nach Angaben der Volkshochschule 75 Prozent der Sprachlehrkräfte ihren Job verlieren, weil die Einrichtung ihre Verträge nicht mehr verlängern kann.
Der Flüchtlingsrat NRW übt darüber hinaus scharfe Kritik. „Die Kürzung ist eine Katastrophe für Schutzsuchende. Selbst wenn sie einen Erstorientierungskurs bekommen, lernen sie nur einzelne Buchstaben und Wörter. Das hat aber nichts damit zu tun, hier ordentlich teilhaben zu können oder einen Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden“, sagt Geschäftsführerin Birgit Naujoks auf Nachfrage unserer Redaktion.
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Der NRW-Flüchtlingsrat fordert vom Bund, Integrationskurse wieder bereits in der Ankunftsphase für Schutzsuchende bereitzustellen und dauerhaft zu finanzieren. Insbesondere die seit diesem Jahr von der Förderung ausgeschlossenen Asylsuchenden müssten wieder einbezogen werden, so Naujoks. Vom Land NRW verlangt der Flüchtlingsrat, den Druck auf den Bund aufrechtzuerhalten und notfalls eigene Wege zu finden, um Sprachförderung sicherzustellen.








