Die Zahl der Asylerstanträge in Deutschland ist im Juli deutlich zurückgegangen. Mit 4311 Anträgen sank sie im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast die Hälfte, wie das Bundesinnenministerium auf X mitteilte. Im Juli 2025 waren noch 8293 Erstanträge gestellt worden. Zuvor hatte „Bild“ über die Zahlen berichtet.

Asylanträge in Deutschland gehen im ersten Halbjahr 2026 deutlich zurück

Der Juli ist dabei kein Ausreißer. Der Rückgang wird auch im Vergleich des ersten Halbjahres 2026 (39.646 Erstanträge) mit dem Vorjahreszeitraum (72.818 Erstanträge) deutlich, wie aus Statistiken des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hervorgeht. 

Auch interessant

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt wertete den Rückgang als Erfolg der Bundesregierung. „Wir drängen die illegale Migration weiter zurück“, sagte der CSU-Politiker der „Bild“-Zeitung. „Wir ordnen das Migrationsgeschehen in Deutschland und Europa hin zu Klarheit und Konsequenz.“

Die Zahlen sanken allerdings bereits vor deren Antritt im Mai vergangenen Jahres. Das liegt unter anderem an der veränderten Lage in Syrien: In dem Land gibt es seit dem Sturz von Langzeitherrscher Baschar al-Assad Ende 2024 Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

EU-Asylreform verschärft Verfahren an Außengrenzen

Bereits im Juni war nach jahrelangen Verhandlungen die europäische Asylreform in Kraft getreten. Sie zielt darauf ab, dass weniger Asylsuchende in die EU kommen, und enthält zahlreiche Verschärfungen für Asylsuchende auch in Deutschland. 

Dazu soll es unter anderem einheitliche Asylverfahren an den EU-Außengrenzen geben – mit dem Ziel, Migrantinnen und Migranten gegebenenfalls direkt von dort abschieben zu können. Die Betroffenen sollen unter haftähnlichen Bedingungen an der Grenze untergebracht werden.

Auch interessant

Zu den neuen Maßnahmen gehört unter anderem ein Schnell-Check für Migranten, die systematische Erfassung ihrer Fingerabdrücke in einer Datenbank sowie beschleunigte Asylverfahren für Menschen aus Ländern mit einer geringen Anerkennungsquote. Menschenrechtsorganisationen warnen vor einer Aushöhlung der Rechte Schutzsuchender.

dpa/afp/jcst