Die politische Drehtür zwischen Fox News und dem republikanischen Machtzentrum in Washington dreht sich weiter – diesmal in die andere Richtung. Karoline Leavitt, bis August Sprecherin von Präsident Donald Trump, wird ab 1. November als politische Kommentatorin für den konservativen Nachrichtensender arbeiten. Das bestätigte Fox News am Montag.

Die 29-Jährige war seit Beginn von Trumps zweiter Amtszeit die wichtigste öffentliche Verteidigerin des 80-Jährigen. Als jüngste Pressesprecherin in der Geschichte des Weißen Hauses machte sie sich mit scharfem Ton, schnellen Kontern und bedingungsloser Loyalität zum Präsidenten einen Namen. Trump selbst lobte ihre verbalen Attacken und verglich ihre Sprechweise einmal mit einem „Maschinengewehr“. Nach der Geburt ihres zweiten Kindes hatte Leavitt im Frühjahr zunächst Mutterschaftsurlaub genommen und anschließend das Weiße Haus verlassen. Inzwischen lebt sie wieder mit ihrer Familie in New Hampshire.

Auch interessant

Trump: Fox News dient als Sprungbrett für republikanische Spitzenposten

Bei Fox soll sie künftig sowohl in Nachrichten- als auch in Meinungssendungen auftreten. Der Wechsel passt in ein inzwischen fest etabliertes System. Fox News ist unter Trump weit mehr als ein politisch nahestehender Fernsehsender. Er funktioniert zugleich als Rekrutierungsreservoir für republikanische Spitzenposten und als Auffangbecken für ausgeschiedene Regierungsvertreter.

Für Trumps zweite Regierung wurden gleich mehrere bekannte Fox-Gesichter rekrutiert. Pete Hegseth wechselte vom Sender ins Pentagon, Sean Duffy vom Fox-Business-Programm ins Verkehrsministerium. Mehmet Oz, jahrelang Fernsehpersönlichkeit und regelmäßiger Gast konservativer Formate, erhielt einen Spitzenposten in der Gesundheitsverwaltung.

News aus den USA

Drehtür-Effekt: Regierung und Fox tauschen Personal

In die Gegenrichtung funktioniert die Drehtür ebenso zuverlässig. Schon Trumps frühere Sprecherin Kayleigh McEnany wechselte nach dessen erster Amtszeit zu Fox und gehört dort heute zum festen Moderatorenteam. Nun folgt Leavitt. Damit zeigt sich erneut, wie eng Medienkarrieren und Regierungsposten im konservativen Machtapparat miteinander verflochten sind. Fox liefert Trump Personal, Reichweite und Resonanzraum. Wer die Regierung verlässt, findet dort wiederum Bühne, Publikum und meist deutlich lukrativere Arbeitsbedingungen.

Auch interessant

Leavitts Wechsel ist deshalb mehr als eine Personalnachricht. Er beschreibt ein politisch-mediales Ökosystem, in dem Regierung und Fernsehen seit Jahren Personal austauschen – fast so selbstverständlich wie andere Unternehmen Führungskräfte zwischen zwei Abteilungen verschieben.