- Apotheken verkaufen nicht nur Medikamente und bieten Beratung
- Beim Apothekenbesuch ist auch eine Messung des Bluthochdrucks möglich
- Eine Apothekerin sagt, wann und für den der Service gedacht ist
Manschette um Arm oder Handgelenk legen, kurz warten und dann auf gute Werte hoffen: Blutdruckmessen kennen viele vom Besuch beim Hausarzt oder der Hausärztin. Wer bereits Probleme mit dem Blutdruck hat, erledigt die Messung auch regelmäßig zu Hause. Was viele nicht wissen: Den Blutdruck kann man auch kostenlos in der Apotheke messen lassen.

Jeden 2. Sonntag
Ein FUNKE Liebe
Alle zwei Wochen sonntags: Antworten auf Beziehungsfragen – ehrlich, nah und alltagstauglich.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
In ihrer Kolumne „Der gute Rat der Apothekerin“ erklärt Dr. Ina Lucas, warum die Blutdruck-Überprüfung gefährliche Folgeerkrankungen erkennen kann, warum immer nur alleine zu Hause messen keine gute Idee ist und welche wertvollen Hinweise sie ihren Patienten in der Apotheke neben den Werten noch mit auf den Weg geben kann.
Lesen Sie auch
Blutdruckwerte messen: „Wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Vor-Ort-Apotheke“
Dr. Ina Lucas: „In meiner Apotheke berate ich meine Patientinnen und Patienten tagtäglich zu verschiedensten Themen, versorge sie mit Medikamenten und Hilfsmitteln – und kann bei einem konkreten Anlass oder bei Nachfrage auch Blutdruckwerte messen. Das alles gehört für mich zu einer guten und umfassenden Versorgung dazu. Das ist ein sehr wichtiges Alleinstellungsmerkmal der Vor-Ort-Apotheken.
Unsere Expertin
Dr. Ina Lucas ist 42 Jahre alt. Sie ist in Berlin geboren und aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Pharmazie an der Freien Universität Berlin. Im Anschluss promovierte Dr. Lucas in einer Kooperation zwischen der FU und dem Robert-Koch-Institut zum Thema Resveratrol und dessen Wirkung. Heute betreibt sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Maria Zoschke vier Apotheken in Berlin mit rund 80 Angestellten. Dr. Lucas ist Kammerpräsidentin der Apothekerkammer Berlin sowie Vizepräsidentin der ABDA, der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V..
Es gibt Krankheiten, die mit einem akuten Leidensdruck verbunden sind, wie zum Beispiel Heuschnupfen. Da läuft permanent die Nase, da tränen die Augen – das nervt. Andere Krankheiten verursachen auf den ersten Blick erst einmal keine Beschwerden, haben ohne Behandlung aber mittel- und langfristig möglicherweise schwerwiegende gesundheitliche Folgen. Ein Beispiel dafür ist Bluthochdruck. 20 bis 30 Millionen Bundesbürger sind betroffen, und so auch viele meiner Patientinnen und Patienten.
Bluthochdruck behandeln: Apothekerin verrät – das kann jeder selbst für bessere Werte tun
Bluthochdruck sollte unbedingt behandelt werden. Denn mit zu hohen Blutdruckwerten steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche oder Schlaganfall. Wie gefährlich das ist, zeigt die Statistik: Herz-Kreislauf-Krankheiten sind, noch vor den Krebserkrankungen, in Deutschland die Todesursache Nummer eins. Die gute Nachricht: Wir haben viele gut wirksame Medikamente. Alle blutdrucksenkenden Arzneimittel sind verschreibungspflichtig und die Einnahme ist in aller Regel eine Dauertherapie.
Spannende Artikel aus der Serie „Der gute Rat der Apothekerin“
Den Blutdruck fühlt man in der Regel nicht, man muss ihn regelmäßig messen. Seit 2022 bieten Apotheken Patientinnen und Patienten, die einen Blutdrucksenker verordnet bekommen, hierfür eine kostenlose sogenannte pharmazeutische Dienstleistung an. Heißt konkret: Wir messen den Blutdruck von Blutdruckpatienten und überprüfen damit den Erfolg der Arzneimitteltherapie.
Wir messen nicht nur, wir beraten auch zum Ergebnis, den Konsequenzen und auch zu Gewohnheiten. Eine gesunde Ernährung und viel Bewegung können den Blutdruck beispielsweise positiv beeinflussen. Unser Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit einem unzureichend kontrollierten oder eingestellten Blutdruck möglich frühzeitig zu erkennen und ihre Therapie zu verbessern.
Apothekerin warnt: „Blutdrucksenker werden oft nicht so eingenommen wie vorgesehen“
Wer Bluthochdruck hat, kontrolliert seine Werte oft selbst und hat zu Hause ein Messgerät. Warum dann in der Apotheke messen lassen? Dazu hat eine Studie in Apotheken zeigt, dass mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten trotz medikamentöser Therapie zu hohe Blutdruckwerte hatten – obwohl sie bereits seit Jahren medikamentös behandelt wurden.
Lesen Sie auch
Was tue ich als Apothekerin, wenn ich zu hohe Blutdruckwerte messe? Ich komme mit meinen Patienten zunächst mal darüber ins Gespräch, verweise aber auch, sofern vorhanden, an die behandelnde Ärztin oder den Arzt. Wir überlegen dann gemeinsam, woran es liegen könnte, besprechen die Therapietreue, Verträglichkeiten oder gar mögliche Ängste. Denn die Blutdrucksenker sind in der Regel gut wirksam, werden aber oft nicht so eingenommen wie vorgesehen.
In meiner Apotheke vertrauen mir viele Menschen ihre Probleme und Vorbehalte an. Wir finden dann gemeinsam eine individuelle Strategie, um die Arzneimitteltherapie zu optimieren. Mir ist wichtig, dass Menschen, die mit einem Problem in meine Apotheke kommen, sie mit einer passenden Lösung und einem guten Gefühl wieder verlassen. Deshalb bin ich Apothekerin geworden.“













