Brot, Nudeln oder Cornflakes: In vielen deutschen Haushalten finden sich zahlreiche Produkte mit Weizenmehl. Eine Tier-Studie aus Japan zeigt nun einen möglichen Zusammenhang zwischen Weizenmehl und Gewichtszunahme. In einem Experiment nahmen Mäuse, die zusätzlich zu ihrem Standardfutter Zugang zu weizenhaltiger Nahrung hatten, deutlich zu – sowohl bei Brot als auch bei gebackenem Weizenmehl.

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Die in der Fachzeitschrift Molecular Nutrition & Food Research veröffentlichte Studie untersuchte männliche und weibliche Mäuse im Alter von sechs Wochen getrennt voneinander. Die Mäuse erhielten freien Zugang zu Standardlabornahrung sowie zu Optionen auf Weizenbasis: entweder Brot aus Weizenmehl, Wasser und Hefe oder gebackenes Weizenmehl ohne Hefe.

Studie: Warum Weizenmehl bei Mäusen zu Gewichtszunahme führte

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Osaka Metropolitan University in Japan führten gemeinsam mit Forschenden des UT Southwestern Medical Center in Dallas das Experiment durch. Dabei haben die männlichen Tiere bereits nach vier Wochen und weibliche Mäuse erst nach sieben Wochen zugenommen.

Die Tiere fraßen insgesamt ähnlich viele Kalorien wie die Kontrollgruppe ohne Weizenmehl. Trotzdem legten sie an Körpergewicht und Fettmasse zu. Die Autorinnen und Autoren vermuten deshalb, dass nicht nur die Kalorienmenge entscheidend war, sondern auch, wie der Körper die Nahrung verwertete. Die Ergebnisse lassen sich nicht direkt auf Menschen übertragen.

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Die Studie vermutet, dass die Gewichtszunahme vor allem mit einem geringeren Energieverbrauch zusammenhing. Dafür spricht, dass die Mäuse mit Weizenmehl im Futter einen niedrigeren Sauerstoffverbrauch aufwiesen. Dabei haben sich die Mäuse kaum weniger als die Vergleichsgruppe bewegt, hatten allerdings mehr Fettgewebe. Offenbar haben die Tiere nicht zugenommen, weil sie sich weniger bewegten, sondern weil ihr Energieumsatz insgesamt sank.

Unterschiede zeigten sich auch in den Blutwerten. Bei männlichen Mäusen stiegen unter anderem Insulin- und Leptinwerte. Fettsäuren im Blut waren verändert. In der Leber beobachtete das Team zudem eine stärkere Aktivität von Genen, die an Fettsäuresynthese und Fetttransport beteiligt sind. Der Körper der Tiere schien also vermehrt auf Fettspeicherung eingestellt zu sein.

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Nicht nur Weizen: Auch Reismehl führte zu Gewichtszunahme

Interessant ist, dass der Effekt nicht ausschließlich bei Weizenmehl zu sehen war. Auch Mäuse, die Reismehl bekamen, nahmen in der Studie zu. Das spricht dafür, dass nicht nur Weizen selbst, sondern auch die Form des Mehls und die Zusammensetzung der Nahrung eine Rolle spielen könnten. Ob das an der Mehlstruktur, an der Nährstoffzusammensetzung oder an anderen Faktoren lag, bleibt offen.

Besonders interessant: Wurde das Weizenmehl wieder aus dem Futter gestrichen, stoppte die Gewichtszunahme der Mäuse innerhalb einer Woche wieder. Auch einige der begleitenden Stoffwechselveränderungen gingen zurück. Allerdings fraßen die Mäuse nach dem Entzug zunächst deutlich weniger, was die Entwicklung beeinflusst haben könnte. Also sind die beobachteten Effekte zumindest bei Mäusen wieder teilweise reversibel.

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Auf Menschen übertragbar? Was die Studie nicht beweist

So spannend die Ergebnisse klingen: Für Menschen lässt sich daraus nicht direkt ableiten, dass Weizenmehl automatisch Übergewicht verursacht. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens handelt es sich um eine Tierstudie. Mäuse sind in der Ernährungsforschung hilfreich, aber nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragbar. Zweitens bekamen die Tiere eine sehr kontrollierte Futterauswahl unter Laborbedingungen. Drittens ist die Studie nicht nah an einer alltagsnahen menschlichen Ernährung, sondern eher der von Nagetieren.

Dazu: Die Forschenden selbst weisen darauf hin, dass die Tiere das Standardfutter wegen der Weizen-Option weitgehend mieden. Dadurch könnte sich auch die Versorgung mit anderen Nährstoffen verschoben haben, etwa bei Aminosäuren. Der beobachtete Effekt dürfte also nicht schlicht auf „Weizen“ allein zurückzuführen sein. Ob sich diese Effekte auch beim Menschen zeigen, müsste in Studien mit Menschen untersucht werden.

ari