Selbstbestimmung

Mehr Behinderte im Rheinland nutzen das Persönliche Budget

Hilfe bei der Mobilität: In der Praxis wird das Persönliche Budget hauptsächlich genutzt, um ambulante Wohn- und Teilhabeunterstützung zu organisieren.

Hilfe bei der Mobilität: In der Praxis wird das Persönliche Budget hauptsächlich genutzt, um ambulante Wohn- und Teilhabeunterstützung zu organisieren.

Foto: dpa

Im Rheinland.   Bereits über 1000 Menschen lassen sich vom Landschaftsverband (LVR) Geld- statt Sachleistungen auszahlen und organisieren Hilfen selbst.

Dinge selber regeln statt andere machen lassen: Eine wachsende Zahl von behinderten Menschen im Rheinland bekommt vom Landschaftsverband (LVR) Geld- statt Sachleistungen und organisiert seine Hilfen selbst. Konkret geht es etwa um den Einsatz und die Bezahlung von Haushalts- oder Mobilitätshelfern. 1118 Menschen nutzten im Jahr 2017 das sogenannte „Persönliche Budget“ – 27% mehr als im Jahr 2015. Bei Erstanträgen stieg die Zahl der Personen sogar um 64%. Insgesamt zahlte der LVR 2017 hier 29 Mio Euro aus.

Die Entwicklung geht aus einem Bericht hervor, über den der LVR-Sozialausschuss an diesem Dienstag berät. Für 2018 gehe man von einem weiteren Anstieg aus: „Ob die deutliche Steigerungs-Dynamik auf Dauer so bleibt, müssen wir noch abwarten“, sagte ein Verbandssprecher auf Nachfrage dieser Redaktion. Das Persönliche Budget sei „ein großer Schritt zu mehr Selbstbestimmung und Selbstständigkeit und kommt damit auch dem Ziel zu einer vollen und gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gesellschaft näher“.

Vor allem Jüngere nutzen das Persönliche Budget

Der LVR-Sprecher betonte zudem: Dem LVR sei es „ein sehr wichtiges Anliegen“, noch mehr Menschen mit Behinderung zur Nutzung des Budgets zu motivieren. In der Tat ist noch viel Luft nach oben. Zum Stichtag 31. Dezember erhielten 34.700 Menschen im Rheinland ambulante Wohnhilfen über den LVR. 3,2% dieser Menschen nutzten das Persönliche Budget.

Seit 2015 sei der Anteil hier um 0,3 Prozentpunkte pro Jahr gestiegen, heißt es beim LVR. Genutzt wird das Persönliche Budget vor allem von jüngeren Leuten. 40% der Nutzer seien Menschen mit psychischer Behinderung, weitere drei Prozent seien suchtkrank. 41% der Nutzer seien Menschen mit primär geistiger Behinderung, 15% seien primär körperlich behindert.

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