Preisverleihung

Mit Solidaritätspreis ausgezeichnet - Gute Bildung für alle

Viel Freude über ausgezeichnetes Engagement: Preisträger, Laudatoren und Teilnehmer bei der Verleihung des Solidaritätspreises.

Foto: Volker Hartmann

Viel Freude über ausgezeichnetes Engagement: Preisträger, Laudatoren und Teilnehmer bei der Verleihung des Solidaritätspreises. Foto: Volker Hartmann

An Rhein und Ruhr.   Sechs Preise für Ehrenamtler verliehen jetzt NRZ und Freddy Fischer-Stiftung und würdigten damit das Engagement für die Bildung von Kindern.

Ehrenamtler, das sind Menschen, die meist im Stillen und ganz bescheiden Gutes tun, sich stark machen, sich engagieren - für andere und damit auch für unsere Gesellschaft. Aber das Wort Ehrenamtler klingt doch sehr „amtlich“, sehr bürokratisch, sehr steif. Und deswegen haben die NRZ und die Freddy Fischer-Stiftung am Mittwochnachmittag keine Ehrenamtler, sondern Ehren-Engel ausgezeichnet - wie Peter Toussaint von der NRZ-Chefredaktion sie kurzerhand umbenannte.

An sechs dieser Ehren-Engel – Vereine, Initiativen und Einzelpersonen – haben wir am Mittwoch bei einer Feierstunde im Essener Rathaus den mit insgesamt 7000 Euro dotierten Solidaritätspreis verliehen. Alle Preisträger machen sich in vielfältiger Weise um die Bildung von Kindern und Jugendlichen verdient. Aus rund 40 Bewerbungen musste die Jury Anfang Mai wählen, was nicht einfach war. „Wir hätten noch viel mehr Preise vergeben können“, räumte Jurymitglied und Hausherr, der Essener Oberbürgermeister Thomas Kufen, ein. Doch klar ist auch: Als Gewinner dürfen sich alle fühlen, vor allem die Kinder, die von diesem Engagement profitieren.

„Ihr macht die Welt mit eurem Engagement jeden Tag ein bisschen besser“, würdigte Stifter Freddy Fischer die Preisträger, die die Feierstunde auch für viele anregende Gespräche nutzten. Und wer weiß: Womöglich gab sie sogar Impulse für neue Bildungsprojekte.

Der erste Preis: „FitKids“

Hilfsangebote für drogenabhängige Menschen machen viele Institutionen. Aber ein Projekt, das gezielt die Kinder von Suchtkranken im Blick hat, das ist außergewöhnlich. Die Weseler „Fitkids“ tun genau das. Sie bieten individuelle Betreuung, Gruppenprojekte und sogar gemeinsame Reisen an, „damit Kinder wieder Kinder sein dürfen“, wie es die Laudatorin Lydia Kiriakidou, Leiterin des Amtes für Schule, Jugend und Sport in Kamp-Lintfort, in bewegenden Worten schilderte. Dafür erhält „Fitkids“ den mit 3000 Euro dotierten ersten Preis, den die Geehrten um Vereinsvorsitzende Birgit George, Sandra Groß und Lioba Nehlsen gerührt entgegennahmen.

Der zweite Preis: Medienmonster

Fast jedes Kind hat Zugang zu Smartphones und Internet. Doch vielen fehlt das Wissen, mit diesen Möglichkeiten ebenso verantwortlich wie kreativ umzugehen. Das wollen die Essener „Medienmonster“ ändern, die den mit 2000 Euro dotierten zweiten Preis erhielten. Der gemeinnützige Verein geht seit zwei Jahren in Schulen und organisiert langfristige, nachhaltige Projekte, die den Kindern spielerisch den sicheren Umgang mit Internet und Co. vermitteln. „Sie holen Kinder aus der Konsumentenrolle und machen sie zu Produzenten“, sagte Laudator Reinhard Wiesemann zu den drei „Medienmonstern“ Jörg Dürrmeier, Kiki Radicke und Stefan Wiesenberg.

Der dritte Preis: Wolfgang Dewald von „Tausche Bildung für Wohnen“

Was Wolfgang Dewald leistet, das ist ein Gewinn für ganz viele: Für die Kinder aus geflüchteten Familien, denen er an drei Tagen in der Woche Grundkenntnisse der deutschen Sprache, Rechnen und mehr beibringt und sie so auf die Schule vorbereitet. Für den Stadtteil Duisburg-Marxloh, in den der Verein „Tausche Bildung für Wohnen“ hineinwirkt, unter dessen Dach sich Dewald ehrenamtlich engagiert. „So ein Projekt, wie ,Tausche Wohnen für Bildung’ könnte es noch in viel mehr Stadtteilen geben“, regte der SPD-Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim als Laudator an. Erst mal gab’s für Wolfgang Dewald den dritten Preis und 1000 Euro.

Der geteilte vierte Preis: „Mentor- Die Leselernhelfer Niederrhein“ und das Essener Lesebündnis

Die Lesefreude bei Kindern zu wecken und zu fördern - das ist für die 232 Mitglieder des Vereins „Mentor - Die Leselernhelfer Niederrhein“ Ehrensache. Die ehrenamtlichen Mentorinnen und Mentoren gehen in Schulen und betreuen dort einmal in der Woche Kinder, die Probleme mit der Sprache oder dem Lesen haben. Sie lesen und spielen mit „ihrem“ Kind und erzählen von ihrer eigenen Freude an Büchern. 35 Grundschulen am Niederrhein kooperieren mit dem Verein. Laudator Thomas Kufen (2.v.l.) überreichte den mit 500 Euro dotierten vierten Preis an Klaus Peters, Heidrun Grießer und Dagmar Knauth.

Seit elf Jahren gibt es schon das Essener Lesebündnis, dessen Ehrenamtler sich für die Liebe zur Sprache und Literatur stark machen: Sie sind als Vorlesepaten und -patinnen in Kitas und Grundschulen zu Gast und gehen mit den kleinen Zuhörern und Zuhörerinnen auf eine Reise ins Land der Fantasie, um so die Kinder in Sachen Bildung und Lesekompetenz zu unterstützen, sie organisieren Lesemarathons und Vorlese-Aktionen in den Stadtteilen. Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen überreichte die Urkunde für den mit 500 Euro dotierten Preis an Birgit Breuer, Ulla Spahn, Frank Wessing und Hans Schippmann.

Der Ehrenpreis: Marie Stangenberg

Ruhestand? Von Ruhe kann im Leben von Marie Stangenberg aus Rheurdt-Schaephuysen keine Rede sein. Die pensionierte Lehrerin ist seit Jahren in vielfältiger Weise ehrenamtlich tätig. Sie ist Vorlese-Oma in einem Moerser Kindergarten, sie übernimmt die Hausaufgabenbetreuung für Flüchtlingskinder, engagiert sich in einer Initiative für ein Kinderdorf für Aids-Waisen in Tansania und betreut am Wochenende eine demenzkranke Frau aus der Nachbarschaft. Die Jury hatte sich „innerhalb weniger Sekunden begeistert“, wie Laudator Arnd Brechmann betonte, und darauf geeinigt, der 80-jährigen Niederrheinerin den Ehrenpreis zu verleihen.

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