An Rhein und Ruhr. . Köln-Bonner Verkehrsverbund wollte sein Angebot deutlich ausweiten, doch der VRR lehnt ab. Dabei steigen die Fahrpreise seit Jahren deutlich.

Ob bei der Anreise zum Frühflieger in Düsseldorf, zum Konzert in der Köln-Arena, Altstadtbummel am Rhein: die Züge an Rhein und Ruhr sind auch spätabends und nachts gut besetzt – und der Verkehrsverbund Rhein-Sieg wollte dem Rechnung tragen: Der RE6 vom Köln-Bonner-Flughafen über Köln und Düsseldorf durchs Ruhrgebiet sollte ab Dezember 2018 rund um die Uhr fahren, auch die S-Bahnlinie 11 von Köln nach Düsseldorf und die Züge von Köln an die Wupper sollten täglich bis in die frühen Morgenstunden rollen.

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Doch daraus wird nichts: Der arme Bruder im Norden, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat die Ausweitung des Nachtverkehrs abgelehnt. „Eine Verlängerung von Dormagen nach Düsseldorf ist gemäß Rückmeldung des VRR im Fahrplanjahr 2019 aus finanziellen Gründen nicht möglich.

Fehlende Finanzierungsmöglichkeiten

Da der volle Verkehrswert der RE6 erst erreicht wird, wenn deren Linienweg mindestens den Abschnitt vom Flughafen Köln/Bonn über Köln Hbf nach Düsseldorf, möglichst jedoch weiter ins zentrale Ruhrgebiet und nach Ostwestfalen umfasst, wird die Maßnahme zurückgestellt“, heißt es bedauernd beim Verkehrsverbund mit Sitz in Köln, wo man erst jüngst, auch vor dem Hintergrund der Feinstaubdiskussionen eine umfassende Ausweitung des öffentlichen Nahverkehrs angekündigt hat.

Der VRR hat da offenkundig zumindest Verspätung: „fehlende Finanzierungsmöglichkeiten“. Die VRR-Pressestelle verweist darauf, dass man dem VRS immerhin erlaube, das zusätzliche Zugangebot bis Dormagen oder Solingen rollen zu lassen – ohne Nutzung dieser Endbahnhöfe könnte der VRS sein verbessertes Angebot gar nicht auf die Schiene bringen. Und zudem habe man ja erst im letzten Dezember mehr Züge in den Nachtverkehr geschickt.

Sie werden von Jahr zu Jahr hungriger, die Automaten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr.
Sie werden von Jahr zu Jahr hungriger, die Automaten im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr. © dpa

Der Verweis auf fehlende Finanzmittel dürfte die Kunden an Rhein und Ruhr vor allem deswegen verwundern, weil sie alljährlich mit Ticketpreissteigerungen über der Teuerungsrate konfrontiert werden – erst zum 1. Januar hatte der VRR die Preise wieder um im Schnitt 1,9% angehoben, Ein Jahr zuvor waren es 2,3% und zum Jahresbeginn 2016 sogar 2,9%.

2020 soll es weitere Angebote geben

Lothar Ebbers vom Fahrgastverband Pro Bahn NRW ist überzeugt: „Im Jahr 2020 sieht die Sache anders aus.“ Dann werde die S-Bahn umgestellt, dann sei Geld da für weitere Angebote. Dem Nahverkehr Rheinland und damit auch den Akteuren beim VRS hält er vor, dass dieser seit Jahren die Schließung der Nachtlücke beim RE 1 blockiere, um die sich der VRR bemühe.