Die Technische Universität Eindhoven hat mit der Ankündigung, alle wissenschaftlichen Stellen vorerst ausschließlich mit Frauen zu besetzen, für Aufsehen gesorgt. Findet die Universität in sechs Monaten keine geeignete Kandidatin, können sich auch Männer auf die offenen Stellen bewerben. Zunächst stehen sie aber hinten an. „Studien zeigen, dass Frauen immer benachteiligt sind. Jetzt drehen wir das ein bisschen um, für kurze Zeit. Wir sind der Meinung, dass das berechtigt ist“, sagt Universitätssprecher Ivo Jongsma.

Doch wie weit darf man für Frauenförderung in der Wissenschaft gehen? Auch eine Frage für die NRW-Universitäten. Anja Vervoorts, Gleichstellungsbeauftragte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, hat die Quotenregelung in Eindhoven „zum Schmunzeln gebracht“. Und die Frage aufgeworfen: „Warum eigentlich nicht?“ Die Universitäten in NRW sind bereits per Hochschulgesetz einer Zielquote für Professuren verpflichtet, die sich nach dem sogenannten Kaskadenmodell berechnet. Das berücksichtigt, wie viele Frauen bundesweit je nach Fächergruppe überhaupt für eine Berufung in Frage kommen.