Zu dem historischen Fragmenten des Weseler Willibrordidoms gehört ein beeindruckendes Relikt, das an die Geschichte der „Hugenotten“ – der reformierten Glaubensflüchtlinge aus Frankreich – erinnert und an die Tage von Wesels Zerstörung 1945. Wie ein geschundener Leib mutet dem Betrachter das korrodierte und geborstene Oberteil eines metallenen Sarges an, der einst in einer eigenen Gruft dieses Gotteshauses stand.

Er enthielt die sterblichen Reste von Heinrich Baron de Briquemault de St. Loup. Der 1692 in Wesel verstorbene Generalleutnant hatte seine hugenottischen Glaubensbrüder im Auftrag des Großen Kurfürsten in dessen westlichen Gebieten in Empfang genommen, mit Kollektengeldern unterstützt und sich um ihre Ansiedlung bemüht.