Manchmal sagt eine Umarmung mehr als alle Worte: Völlig fertig erzählt die Mutter Dr. Christiane Erbel, dass ihr alle sagen, sie solle ihren Sohn rausschmeißen. Freunde, Verwandte, selbst der Suchtberater. Aber es ist doch ihr Kind, das durch den jahrelangen Drogenkonsum körperlich ein Wrack geworden ist.

Der 25-Jährige hat Wahnvorstellungen und nicht die Einsicht, dass er krank ist. Therapien bricht er ab. Das Vertrauen zwischen Mutter und Kind geht verloren. Er taucht Monate unter, um dann plötzlich zu Hause zu klingeln. „Was soll ich da sagen? Schmeißen Sie ihn raus?“, fragt Christiane Erbel. Nein. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Rheinisch-Westfälischen Elternkreise drogengefährdeter und abhängiger Menschen in NRW, kurz Arwed e.V, weiß aus eigener Erfahrung: „Man kann nicht mit, aber auch nicht ohne Kind leben.“