„Ob man ein veganes Café in Rüttenscheid, Borbeck oder auf dem Mond eröffnet, vegan wird anfangs immer komisch beäugt“, sagt Nicole Gettler, die ihr Café Fleischlos 2013 direkt neben einer Fleischerei eröffnete. Der Veganismus kämpfe noch immer mit seinem Image. Dabei esse „jeder doch jeden Tag etwas Veganes, wie Gemüse. Viele meinen aber, Veganismus ist Hokuspokus.“ Deshalb hätten sich einige Kunden auch erst vorsichtig ins Café im Essener Stadtteil Borbeck hineingetraut.

Vegane Ernährung ist für die Inhaberin aber kein Klischee-Lifestyle aus Körnern und Birkenstock-Latschen. Sondern eine Lebenseinstellung, wie sie sagt. Durch die Glastür kommen vegane Touristen auf Nahrungssuche im Ruhrgebiet – gelockt durch Tipps und Apps. Aber eben auch „Fleischesser“ aus dem Stadtteil und umliegenden Gemeinden, betont Gettler. Wie einer der Stammkunden, der nach einem schnellen Kaffee fragt. Warum er herkommt? Weil die Kuchen so lecker seien, vegan hin oder her.