Noch besetzt das Café von Nicole Gettler eine Nische. Denn: „Ob man ein veganes Café in Essen oder auf dem Mond eröffnet, vegan wird anfangs immer komisch beäugt.“ Die Inhaberin des „Café Fleischlos“ in Essen-Borbeck wagte vor ein paar Jahren den Sprung in die Selbstständigkeit – mit einem sehr individuellen Konzept. Und genau das brauchen Existenzgründer heute in der Gastroszene, um zu überleben.

Denn immer mehr prägen hippe, moderne Cafés oder Bistros das Straßenbild. Zahlen des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) belegen: In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Cafés von rund 10.700 auf 11.600 gestiegen, die Kneipen beispielsweise dagegen von rund 36.700 auf 30.100 und die der Restaurants von 81.300 auf 71.200 gesunken. Auch im Ruhrgebiet und am Niederrhein ist dieser Trend zu beobachten. Die Niederrheinische Industrie- und Handelskammer listet aktuell rund 4000 Unternehmen im Gastgewerbe. 2018 gab es 887 Neuanmeldungen und 896 Abmeldungen.