Nordrhein-Westfalen muss mehr für die Lebensräume seiner Tier- und Pflanzenarten tun. Das ist das Ergebnis des neuen Berichtes zur europäischen Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH), welcher der Redaktion vorliegt. Das nur alle sechs Jahre erstellte Papier gilt mithin als der wichtigste Naturschutzbericht, weil er anders als etwa die Roten Listen nicht nur einzelne Arten, sondern auch deren Lebensräume in den Blick nimmt.

Moore, Grünland, Flüsse und Seen, Eichen- und Auenwälder: 79,5% der Lebensräume im NRW-Tiefland sind dem Bericht zufolge in einem „ungünstigen Erhaltungszustand“. In den Höhen sieht es deutlich besser aus, da sind es „nur“ 37,5% – eben auch Grünland und Moore. Bei den Tier- und Pflanzenarten steht es um 53% im Tiefland schlecht und um 52% im Bergland. Vor allem Tagfalter-Arten sind betroffen, aber eben auch Krebse und Weichtiere, Farn- und Blütenpflanzen sowie Moose. Auch für einige Säugetierarten wie Mopsfledermaus oder Feldhamster oder Amphibien wie die Geburtshelferkröte sieht es finster aus.