Eine fehlt - in der Pinguinanlage des Wuppertaler Zoos: Königspinguin-Dame "Oma" lebt nicht mehr. Im Alter von mindestens 46 Jahren habe man das betagte Weibchen einschläfern müssen, teilte der Grüne Zoo an diesem Mittwoch (18. November 2020) mit. "Oma" sei der mit Abstand älteste Königspinguin in einem Zoo weltweit gewesen.
Bis zuletzt habe sich die Seniorin sehr fürsorglich an der Aufzucht der Küken in der Kolonie beteiligt, heißt es ausdrücklich in einer Mitteilung. Allerdings setzte auch das Alter immer mehr zu. Oma habe zuletzt weniger gefressen, sich kaum noch bewegt und in den letzten tagen auch nicht mehr am allgemeinen Pinguin-Leben teilgenommen.
In freier Natur bis zu 20 Jahre Lebenserwartung
Fressverhalten, ihr deformierter Schnabel, die Sehbehinderung durch Grauen Star: Der Wuppertaler Zoo hat alles genau dokumentiert, ehe man sich zur schweren Entscheidung durchrang. "Omas" Zustand habe sich trotz tierärztlicher Behandlung nicht gebessert. In freier Natur werden Königspinguine den Angaben zufolge bis zu 20 Jahren alt . Das jetzt älteste Tier in menschlicher Obhut ist jetzt 37 Jahre alt.
Wie alt "Oma" genau wurde, weiß man nicht. Sie hat eine ziemliche Weltreise gemacht. Das Weibchen gehörte 1975 zu den ersten zwölf Königspinguinen, die damals über die Niederlande in die noch ziemlich neue Wuppertaler Pinguin-Anlage kamen (1971 erbaut). Das Tier sei da schon mindestens Jahr alt gewesen, heißt es. "Oma" stammte aus der Antarktis; von dort kommt ihr Ei, in Südafrika war es ausgebrütet worden.
"Romanze" mit einem Pinguin aus Basel
Die Königspinguin-Kolonie in Wuppertal hat "Oma" quasi mit aufgebaut. Sie habe immer wieder zu Nachwuchs beigetragen, erklärt der Zoo und weiß noch eine schöne "Liebesgeschichte" aus dem hohen Alter zu berichten: Im Jahr 2018 seien Königspinguine aus dem Zoo Basel in Wuppertal zu Gast gewesen, weil deren Anlage umgebaut wurde. "Oma" habe da einen Partner gefunden, von dem sie sich gerne habe füttern lassen.
Eine der erfolgreichsten Zuchtgruppen weltweit
In der neuen Pinguinanlage des Wuppertaler Zoos , im Jahr 2009 vom Zoo-Verein finanziert und gebaut wurde, leben nun noch 18 Königspinguine zusammen mit 30 Eselspinguinen. Erst in diesem Jahr hatte es wieder Nachwuchs bei den Königspinguinen gegeben. Die Wuppertaler Pinguinschar gilt als eine der erfolgreichsten Zuchtgruppen weltweit. Aktuell ist der Zoo wegen des Corona-Lockdowns für Besucher geschlossen.


