Die Raketen und Knaller sind verböllert – doch auch nach dem Jahreswechsel geht die Diskussion um ein landesweites Böllerverbot für kommendes Silvester in den Niederlanden weiter. Dafür haben sich am Montag Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Ärztinnen und Ärzte sowie Polizeigewerkschaften aus dem Nachbarland ausgesprochen.
Zwar hat es nach niederländischen Medienberichten, die sich auf Polizeiangaben berufen, an Silvester keine Vorkommnisse ungewöhnlichen Ausmaßes gegeben. Doch auch wie in NRW-Städten wie Duisburg und Essen wurden den Berichten zufolge Polizeibeamtinnen und Beamte mit Feuerwerkskörpern beworfen.
Niederländische Polizei: Illegale Böller aus Deutschland
„Das macht mich wütend“, sagte der niederländische Polizeikorps-Leiter Henk van Essen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk NOS zu den Attacken. „Wir müssen als Gesellschaft darüber nachdenken, wie wir das neue Jahr auf eine bessere Art und Weise feiern können.“
Bei den Attacken seien van Essen zufolge vor allem illegale Pyrotechnik eingesetzt worden, die in anderen Ländern wie Deutschland oder Belgien aber erhältlich seien und dort eingekauft wurden. "Das muss aufhören.“ Es brauche eine bessere europäische Absprache.
Bestimmte Böller in den Niederlanden verboten
Die niederländische Regierung hat bereits 2020 Pyrotechnik der Produktkategorie F3 verboten. Aus der Kategorie F2 dürfen lose Raketen, sogenannte „Single Shots“ und „römische Kerzen“, Knallstangen, Knallbatterien und nicht mehr besessen und abgefeuert werden.
Erlaubt sind alle Produkte der Klasse F1, darunter etwa Knallerbsen oder sogenannte „Cakes“. Auch einige Produkte der Kategorie F2 wie Bodenfeuerwerk oder sogenannte „Compoundboxes“ bleiben erlaubt. In Deutschland sind die Regeln lockerer.
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Die Polizeigewerkschaften NPB und ANPV sprachen sich für eine landesweite Verbotsregelung aus. Teilweise gibt es je nach Städten bereits örtliche Verbote, etwa in Amsterdam. Bürgermeisterin Femke Halsema wiederholte wie ihr Kollege Hubert Bruls aus Nimwegen am Neujahrstag erneut die Forderung nach einem landesweiten Verbot für den kommenden Jahreswechsel. Auf ihrem Instagram-Kanal schrieb die Grün-Links-Politikerin trotz örtlichem Feuerwerksverbot von einer „unhaltbaren Situation“ in der Hauptstadt.
Krankenhäuser und medizinische Verbände sprachen sich in den Medien ebenfalls für schärfere Feuerwerksregeln aus. Es habe auch in diesem Jahr wieder viele Verletzte durch Feuerwerkskörper gegeben. So verlor etwa ein 13-Jähriger aus Rotterdam am Silvesterabend zwei Finger durch einen Raketenkörper, ein Elfjähriger in der Provinz Utrecht ein Auge und eine Hand.


