Helau oder Alaaf im Nachbarland rufen? Ja, auch in den Niederlanden wird Karneval gefeiert, insbesondere in den südlichen Provinzen Limburg und Brabant, die katholisch geprägt sind und wie NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen eine Jahrhunderte alte Karnevalstradition haben.

Eine Übersicht über die größten und bekanntesten Veranstaltungen für Karnevalsinteressierte, die nach den Corona-Beschränkungen der letzten Jahre umso ausgelassener im Nachbarland feiern möchten:

Limburg ist die niederländische Karnevalsprovinz

Venlo: In der niederländischen Grenzstadt wird ausschweifend Karneval gefeiert. Hier heißt der Karneval ‚Vastelaovend ‘ – der letzte Abend vor Beginn der vorösterlichen Fastenzeit. Dieser Abend dauert in Venlo etwas länger, nämlich von Freitag, 17. Februar, bis Dienstag, 21. Februar.

Offiziell wird der Karneval zwar erst am Samstag eröffnet, allerdings füllen sich die Straßen schon ab Freitagnachmittag mit Tausenden Jecken. Wie in den Karnevalshochburgen im Rheinland gibt es an diesen närrischen Tagen in Venlo zahlreiche Veranstaltungen.

So sieht Venlos historisches Zentrum am Karnevalswochenende aus.
So sieht Venlos historisches Zentrum am Karnevalswochenende aus.© Minted Media/PR

Am bekanntesten sind die Boètegewoëne Boètezitting am Karnevalssamstag, der Umzug am Karnevalsmontag sowie die Boerenbruiloft (Bauernhochzeit) am Karnevalsdienstag. Eine Neuigkeit: In Venlo gibt es zwei Karnevalsvereine, die eine weibliche Prinzessin Karneval ausgerufen haben. Bislang waren die Prinzen-Trios der ansässigen Karnevalsvereine reine Männersache.

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Roermond: Unter dem Motto „Vastelaovend in Remunj“ werden auch im benachbarten Roermond die närrischen Tage begangen. Hier gibt es neben Zügen, Sitzungen und Partys vom 17. bis 21 Februar auch eine bunte „Vastelaoveskirmes“ auf dem Munsterplein in der Innenstadt.

Maastricht: Auch Südlimburg bei Aachen zeigt sich jeck: Traditionsgemäß zieht am Karnevalsmontag die sogenannte „Femilie- en Kinderoptoch“, der Familien- und Kinderzug, durch die Straßen der Universitätsstadt. Jung und Alt können in bunte Kostüme schlüpfen und mit selbstgefertigten Wagen am Umzug teilnehmen. Rund 300 Umzüge gibt es insgesamt in ganz Limburg, etwa ein Lichtzug am 19. Februar durch Beek.

Karneval feiern in Brabant und Gelderland

Die Region Brabant ist ebenso bekannt für ihr ausgelassenes Treiben. In Eindhoven – während der Saison übrigens „Lampegat“ – heißt es „Salaai“ statt „Alaaf“, wie man unbedingt auf zahlreichen Events beachten sollte. Neben einem Umzug, Partys und dem Heringsessen am Aschermittwoch gibt es sogar Konzerte für alle, „die Karnevalsmusik hassen“. Weitere Karnevalshochburgen in Brabant sind Bergen op Zoom, Breda und Den Bosch, wo sogar ein Karnevalsmuseum steht.

Auch in einigen Städten in der Grenzprovinz Gelderland wird Karneval gefeiert, unter anderem in Arnheim. Hier gibt es am 19. Februar die „Ernemse optocht“, den Umzug, und weitere Partys. Nimwegen – das während der Karnevalszeit Knotsenburg heißt – hat neben klassischen Veranstaltungen auch eine glamourösere Karnevalsversion: Am 17. Februar wird eine große Karnevalsgala – der „Hofball“ – mit Dinner und Unterhaltung veranstaltet. Verkleidungen sieht man hier eher auf der Bühne als im Saal. Übrigens: In Nimwegen kann getrost „Alaaf“ gerufen werden.

Termine, Kostüme, Alternativen und weitere Texte zum Karneval 2023 in NRW