Corona-Pandemie

Niederlande: Corona-Maßnahmen früher als geplant gelockert

Niederlande: Was zieht die Menschen aus der Region ins Nachbarland?

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Den Haag.  Die Niederlande lockern ihre Corona-Maßnahmen weiter – und das früher als gedacht. Der Sicherheitsabstand bleibt aber die Norm. Das gilt ab Juli.

Nach Monaten der Corona-Krise machen die Niederlande einen weiteren großen Schritt zu einem normalen Alltag. Ministerpräsident Mark Rutte kündigte am Mittwochabend in Den Haag die bislang umfassendste Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen für Schulen, Verkehr, Kultur und Freizeit an.

„Wieder können wir einen Schritt vorausgehen“, wie es in der offiziellen Mitteilung der Regierung heißt. „Wir beginnen ein neues Kapitel und gehen vom intelligenten Lockdown zum Spielraum mit Regeln über.“ Die Lockerungen kommen zwei Monate eher als gedacht. „Aber der Sicherheitsabstand von 1,5 Meter bleibt die Norm“, sagte Premier Rutte. Er warnte davor, die Regeln nun fallen zu lassen. Eine zweite Welle der Corona-Pandemie müsse verhindert werden.

Besucherbegrenzung in den Niederlanden aufgehoben

Die Regierung zeigt sich zufrieden mit dem bisherigen Verlauf: „Der Ansatz wirkt. Der Höhepunkt der Infektionen ist vorbei, wir haben das Virus unter Kontrolle bekommen.“ So können ab dem 1. Juli wieder Kinos, Theater, Kirchen und Gaststätten unbegrenzt Besucher empfangen - vorausgesetzt alle halten einen Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern ein. Bisher galt für Gaststätten oder Kinos ein Maximum von 30 Besuchern.

Die Regelung unterscheidet aber genauer: Mit Gesundheitsabfrage am Eingang und Platzreservierungen dürfen sich in Einrichtungen auch mehr als 100 Besucher aufhalten. Ohne Abfrage und Reservierungssystem sind nur bis 100 erlaubt. Das gleiche Prinzip gilt für Außenräume, etwa in der Gastronomie, hier geht es um eine Größenordnung von 250 Besucher. Für Zoos und Freizeitparks gibt es keine Höchstanzahl an Gästen.

Im öffentlichen Nahverkehr werden ab 1. Juli fast alle Einschränkungen aufgehoben. Reisende müssen aber eine Maske tragen. Und auch beim Autofahren soll es ab dem 1. Juli wieder erlaubt sein, mit mehreren Menschen zusammen zu fahren, die nicht zu einem Haushalt gehören. Dann wird aber das Tragen von Mundschutz empfohlen. Jahrmärkte und Festivals im Freien sind wieder möglich. Nach den Sommerferien wird auch der reguläre Schulbetrieb wieder aufgenommen. Schüler dürfen dann auch wieder direkt nebeneinander sitzen.

Niederländischer Profifußball ab September wieder vor Publikum

Im niederländischen Profifußball darf vom 1. September an wieder vor Publikum gespielt werden. Allerdings müsse dabei ein Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern gewährleistet sein, sagte Ministerpräsident Mark Rutte.

Damit wird es zwar keine Geisterspiele geben, aber für viele Stadien heißt das, dass die Zuschauerränge nur höchstens zu einem Drittel besetzt werden können. Sprechchöre sind dann allerdings verboten. Die Fans sollen nach dem Willen der Regierung weder singen noch schreien, um eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern.

Bereits im April hatte der niederländische Fußballverband die laufende Spielzeit für beendet erklärt, ohne einen Meister zu benennen. Rekordchampion Ajax Amsterdam war Tabellenführer, acht Spieltage standen noch aus. Aber auch Geisterspiele waren zu dem Zeitpunkt nicht möglich, da die Regierung alle Veranstaltungen bis zum 1. September verboten hatte.

Alle Kontaktberufe in den Niederlanden dürfen wieder arbeiten

Nach mehr als dreimonatiger Schließung dürfen die Bordelle in den Niederlanden ab dem kommenden Mittwoch ebenfalls wieder öffnen. Alle Angehörigen von „Kontaktberufen“ dürften ab dem 1. Juli ihrer Arbeit wieder nachgehen, sagte Ministerpräsident Mark Rutte - die betrifft vor allem Sexarbeiter. Dabei sollten die Prostituierten aber stets vorher fragen, ob ein Kunde Symptome einer Covid-19-Erkrankung habe, erklärte die Regierung.

Bisher war die Wiederöffnung der Bordelle für September vorgesehen. Felicia Anna von der Sex-Arbeitergewerkschaft im Amsterdamer Rotlichtbezirk begrüßte die Entscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur ANP: „Alle freuen sich sehr. Wir haben kein Geld mehr.“

Die Zahl der Neu-Infektionen geht seit einigen Wochen zurück. Bislang sind knapp 50 000 mit dem Coronavirus Infizierte registriert worden. 6097 Menschen starben infolge einer Covid-19-Erkrankung. (red. mit dpa und AFP)

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