Menschen aus der Kreativszene, Wissenschaft, Sport, der Medien- und Technikbranche, Kunst und Kultur, Politik sowie der Start-up-Szene trafen sich vergangene Woche in der niederländischen Provinz Limburg. Neben Vertretern aus den Niederlanden waren auch welche aus Luxemburg, Belgien, Frankreich und Deutschland dabei. Die Gemeinsamkeiten der eigentlich so unterschiedlichen Experten: sie sind jung und talentiert. Genau die Zielgruppe, die die Initiatoren mit dem Programm Young European Talent (YET) erreichen wollten.

„Wir wollen die Entstehung eines internationalen, hochwertigen Netzwerks zukünftiger Entscheidungsträger unterstützen. Denn wir in Limburg sind durch unsere geografische Lage stark international orientiert und möchten andere dazu inspirieren, ebenfalls über die Grenzen hinauszuschauen“, erklärt Conny Moonen, Geschäftsführerin der Branding-Organisation Connect Limburg. Young European Talent fand in diesem Jahr zum ersten Mal statt.

Gewinne vs. Nachhaltigkeit

Und so erwartete die 50 Toptalente aus fünf Ländern ein vielseitiges Programm zu den Schwerpunktthemen Politik, Business, Wissenschaft, Sport und Kultur. Die renommierten Redner aus dem In- und Ausland gaben den jungen Menschen Input, indem sie ihre Visionen, Projekte und Ansichten mit ihnen teilten. Feike Sijbesma, CEO des Chemiekonzerns DSM, beispielsweise regte zum Nachdenken an. Seine Frage an die Anwesenden: „Was ist die Aufgabe eines CEOs?“ Die spontane Antwort – Gewinne erwirtschaften – stellt den Geschäftsmann nicht zufrieden und so entstand eine Diskussion über die Spannung zwischen Gewinn und Nachhaltigkeit. Zum Abschied gab er den Anwesenden die Frage nach ihrem eigenen Beitrag für die Gesellschaft mit auf den Weg.

Ein Vortrag und Fragen, die nachhaltig beeindruckten. Der Meinung ist auch Delphine Lemaire aus Frankreich: „Das ist wirklich ein einzigartiges internationales Treffen und Vorträge wie dieser sind besonders inspirierend. Ich glaube auch, dass ich mit vielen Leuten in Kontakt bleiben werde.“ Und auch der Niederländer Stefan Kleijngeld findet Programm und Netzwerkmöglichkeiten interessant. „Außerdem empfinde ich es als Ehre, dass die Veranstalter mich als junges europäisches Talent betrachten“, fügt er hinzu. Denn die Teilnehmer wurden exklusiv eingeladen.

Entscheidungsträger von morgen

Auch einige der Redner zeigten sich vom Ansatz des Programms begeistert. „Was hier stattfindet ist wichtig. Denn ihr seid die Entscheidungsträger von morgen“, sagte beispielsweise Maria van der Hoeven, ehemalige Direktorin der European Energy Commission. Und Jennifer van der Leegte, geschäftsführende Vizepräsidentin der VDL Group und Gastgeberin an Tag zwei, freute sich darüber, eine Gemeinsamkeit mit den jungen Menschen feststellen zu können: die Leidenschaft für den Beruf. Zwischen den Programmpunkten wurde die Zeit außerdem ausgiebig zum Netzwerken genutzt. Der Austausch zwischen Ländern, Branchen sowie Generationen zeigt offenbar die gewünschte Wirkung.

Besonders viele Fragen ergaben sich auch beim Vortrag eines deutschen Vertreters: Joachim Hauser, Mitglied im oberen Führungskreis bei BMW, berichtete von der Ausrichtung des Automobilkonzerns. Man schaue natürlich Richtung Zukunft, wobei die vier Aspekte Automated, Connected, Electrified und Shared – kurz ACES – die Strategie bestimmen. Dennoch könne man deswegen das aktuelle Zugpferd, den klassischen Autobau, nicht hintanstellen. „Unsere Zukunftsprognose sieht jedoch vor, dass der einzelne Kunde für uns eine weniger wichtige Rolle spielen wird und Flotten, zum Beispiel im Carsharing, an seine Stelle treten werden. Auch wird der aktive Fahrer sich Konsumenten digitaler Angebote entwickeln“, so Hauser. Ein Thema, in dem sich offensichtlich viele junge Toptalente wiederfinden. Übrigens demonstrieren BMW und VDL Nedcar wie grenzüberschreitende Zusammenarbeit funktioniert. Denn der Autobauer lässt einige Produktreihen im niederländischen Born fertigen.