Geld

Einkommen in Nordrhein-Westfalen ist sehr ungleich verteilt

Die Bürger in NRW hatten im Jahr 2016 laut Statistik 440 Euro mehr zur Verfügung.

Die Bürger in NRW hatten im Jahr 2016 laut Statistik 440 Euro mehr zur Verfügung.

Foto: dpa

An Rhein und Ruhr.   Das Landesamt für Statistik hat neue Zahlen zum Einkommen in NRW vorgelegt. DGB-Chefin Weber fordert: Die Tarifbindung muss gestärkt werden.

21 614 Euro – so hoch war rein rechnerisch im Jahr 2016 das verfügbare Jahreseinkommen je Einwohner in Nordrhein-Westfalen, 440 Euro mehr als im Jahr zuvor. Das geht aus gestern veröffentlichten Zahlen des Landesamtes für Statistik hervor.

Die Zahlen zeigen einmal mehr, dass das Geld sehr ungleich im Land verteilt ist: Mit 37 435 Euro wies Schalksmühle im Märkischen Kreis das höchste verfügbare Einkommen je Einwohner aller 396 Städte und Gemeinden in NRW auf, Attendorn im Kreis Olpe (36 317 Euro) und Meerbusch im Rhein-Kreis Neuss (33 967 Euro) folgten auf den Plätzen zwei und drei. Gelsenkirchen (16 203 Euro) und Kranenburg im Kreis Kleve (15 857 Euro) wiesen das niedrigste verfügbare Jahreseinkommen af.

„Wo Arbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung besonders hoch sind, ist das durchschnittliche Einkommen besonders niedrig“, sagt DGB-Landeschefin Anja Weber auf NRZ-Nachfrage. Sie fordert: Um hier entgegenzuwirken, müsse die Tarifbindung gestärkt und unsichere und schlecht bezahlte Arbeit zurückgedrängt werden.

Weber drängt auf Bildungsoffensive

Zudem, so Weber weiter, sei eine Bildungsoffensive nötig: „Eine berufliche Ausbildung ist der beste Schutz vor Langzeitarbeitslosigkeit und Armut.“ Und auch am oberen Ende der Einkommensskala müsse sich was tun: „Wir brauchen mehr Steuergerechtigkeit, damit Reiche angemessen an der Finanzierung des Gemeinwesens beteiligt werden“, forderte die nordrhein-westfälische DGB-Vorsitzende.

Stichwort „verfügbares Einkommen“: Darunter verstehen die Statistiker die Einkommenssumme (Arbeitnehmerentgelt und Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen), die den privaten Haushalten nach der sogenannten Einkommensumverteilung, also abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangener Sozialleistungen, durchschnittlich für Konsum- und Sparzwecke zur Verfügung steht.

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