Vor dem Arbeitsgericht

Guido Reil kontra RAG: „Er steht da und wartet auf Arbeit“

Mit Polizeischutz vor dem Arbeitsgericht in Herne: der Karnaper Ratsherr Guido Reil und sein Rechtsbeistand Daniel Kuhlmann (rechts).

Mit Polizeischutz vor dem Arbeitsgericht in Herne: der Karnaper Ratsherr Guido Reil und sein Rechtsbeistand Daniel Kuhlmann (rechts).

Foto: Thomas Gödde

Essen.   AfD-Politiker Guido Reil sieht sich aus politischen Gründen von seinem Arbeitgeber, der RAG, ausgegrenzt. Nun traf man sich erneut vor Gericht.

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Wo er auftaucht, ist die Polizei nicht mehr weit: Fliegende Fäuste bleiben Guido Reil, der neuerdings dem Bundesvorstand der AfD angehört, damit erspart – nicht aber, dass ihn sein Arbeitgeber, die RAG, einfach kaltstellt. So sieht der 47-jährige Karnaper Ratsherr das jedenfalls, der am Mittwoch vor dem Arbeitsgericht Herne einen erneuten Anlauf nahm, eine vermeintlich politisch motivierte Degradierung vom Schachtsteiger zum Seilfahrt-Kontrolleur rückgängig zu machen.

Ein Gütetermin vor zweieinhalb Monaten war wie berichtet gescheitert, RAG-Juristin Miriam März begründet die Versetzung Reils im Rahmen einer Umorganisation des Bergwerks-Betriebs mit dem Bemühen, dem gesundheitlich angeschlagenen Reil einen „leidensgerechten“ Arbeitsplatz zu vermitteln. Dabei, kontert der, habe sein Ersatzjob mehr Beschwerden hervorgerufen als die Position zuvor. Es sei schlicht darum gegangen, ihn als AfD-Aktivisten auszugrenzen – mit finanziellen Einbußen in fünfstelliger Höhe und dem Frust, eine verpönte „Handlanger-Tätigkeit“ erledigen zu müssen, die stundenlange Leerlaufzeiten produziert. Reil-Anwalt Daniel Kuhlmann: „Er steht da und wartet auf Arbeit.“

„Wenn es durch alle Instanzen geht, ist der Bergbau zu“

Arbeitsrichterin Marlies Rohkämper-Malinowski ließ im Kammertermin deutliche Zweifel durchschimmern, ob der neue „leidensgerechte“ RAG-Job auch „vertragsgerecht“ ausfällt. So oder so drohe – zumal angesichts des üppigen von Reil geforderten Schadensersatzes – ein aufwendiges Verfahren.

Es sei denn, man einigt sich doch noch gütlich, indem die RAG auf die Bitte von Reils Anwalt eingeht und „auf Zeche“ noch mal einen angemessenen, einen „würdevollen“ Job sucht. Über die geforderten Zahlungen könne man dann ja reden. RAG-Juristin März sagte diese Prüfung zu, bis zum 31. Januar will sie ein Signal geben. Ansonsten droht der Streit zu eskalieren – „wenn es durch alle Instanzen geht“, so die Richterin, „ist der Bergbau zu“.

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