Bahnprojekt RRX

Klage eingereicht: Langenfeld will den RRX ausbremsen

Fährt in Langenfeld nur durch: Der schicke, neue RRX.

Fährt in Langenfeld nur durch: Der schicke, neue RRX.

Foto: Marit Langschwager

Langenfeld.   Stadt Langenfeld will vor dem Bundesverwaltungsgericht den Ausbau verzögern, um besseren Lärmschutz und einen eigenen RRX-Halt zu bekommen.

Dem Prestige-Projekt Rhein-Ruhr-Express (RRX) droht ein neuer Rückschlag: Die Stadt Langenfeld versucht, das Projekt mit einer Klage auszubremsen. Offizielle Begründung: Man will einen eigenen Halt und besseren Lärmschutz.

Die anderen Kommunen entlang der Trasse dürften mindestens mal mit dem Kopf schütteln: Langenfeld hatte erst gerade mit einer Kampagne zur Gewerbesteuer massiv für die Umsiedlung von Betrieben geworben, jetzt versucht die Kommune ein Verkehrsprojekt auszubremsen, das Millionen Menschen mindestens von Köln bis Dortmund zu Gute kommen soll.

Droht ein Baustopp für Nadelöhr bei Leverkusen?

Das Eisenbahnbundesamt hat am 25. März den Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt Langenfeld erteilt – damit hätte womöglich schon in 2020 begonnen werden können, ein dreigleisiges Nadelöhr auf der Trasse zwischen Langenfeld-Berghausen und Leverkusen-Rheindorf zu beseitigen.

Die Stadt Langenfeld will jedoch nun vor dem Bundesverwaltungsgericht erreichen, dass dieser Beschluss aufgehoben oder außer Vollzug gesetzt wird. Langenfeld überrascht neben der Forderung nach besserem Lärmschutz (den verlangen mehrere Kommunen an der Trasse, unter anderem wird darum auch in Angermund gestritten) auch mit der Forderung nach einem eigenen Halt.


Die Bahn, so eine Sprecherin, hat die Stadt Langenfeld gebeten, ihre Klagegründe zu erläutern. Doch so weit ist man dort noch nicht. „Wir haben jetzt die Unterlagen angefordert und unsere Juristen werden das dann prüfen“, so Bürgermeister Frank Schneider gegenüber der NRZ. Bis Ende Juni habe man Zeit, die Klagegründe nachzureichen.

Besserer Lärmschutz und einen eigenen Bahnhof

Aus seiner Sicht gibt es mindestens zwei: Zum einen will man erreichen, dass beim Lärmschutz nicht die Richtlinien angewendet, die bei Beginn des Planungen galten. Sondern die neuen Lärmschutzwerte, die vor einigen Jahren eingeführt wurden.

„Und ein RRX-Halt in Düsseldorf-Benrath ist vollkommener Nonsens, wir sind hier eine Einpendlerstadt, haben mit Monheim über 100.000 Einwohner und sind auf gute Anbindung auch an die Flughäfen Düsseldorf und Köln-Bonn angewiesen“, so Schneider. Seit mindestens zwei Jahren versuche man, darüber mit der Bahn ins Gespräch zu kommen. Dass die Klage von Langenfeld das Projekt verzögern könne, kümmert ihn nicht: „Sicher brauchen wir einen besseren öffentlichen Nahverkehr. Aber ich bin gewählt worden, um die Belange der Langenfelder Bürger zu vertreten.“

Einwände hätten vor Jahren erfolgen müssen

Und die hätten eben auch gern einen RRX-Halt. Dafür gibt es Zustimmung von Bahn-Experten. Für ein Gebiet wie Langenfeld und Monheim mehr als eine S-Bahn-Anbindung zu fordern, macht durchaus Sinn“, so Ebbers. Das aber hätte zu Beginn der RRX-Planungen erfolgen müssen. „In Benrath hat man sich eben frühzeitig massiv dafür eingesetzt.“


Aus Sicht der Bahnkunden sei durchaus ein Konzept denkbar gewesen, bei den vier RRX-Linien zwischen Köln und Düsseldorf pro Stunde je zwei Halte in Köln-Mülheim und Langenfeld oder in Benrath und Leverkusen vorzusehen, so ProBahn – ein Konzept, das auch den Beifall des Bürgermeisters von Langenfeld findet. Der Zug jedoch, so zumindest ProBahn, sei nun abgefahren.

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