Kalkar. Es kommen weitere 160 Stellen für den Aufbau des Weltraumlagezentrums und die schnelle Eingreifgruppe am Luftwaffen-Standort Kalkar hinzu.
Mit seinem trockenen Humor bringt Generalleutnant Joachim Wundrak seine Kameraden schnell zum Lachen. Beim Fischessen am Mittwoch in der Von-Seydlitz-Kaserne in Kalkar zeigte sich der General der Luftwaffe bester Laune und die durfte er auch haben. Sein Standort Kalkar/Uedem wird erneut mit zusätzlichem Personal ausgestattet. Bis Oktober sollen 160 weitere Stellen geschaffen werden, um das Weltraumlagezentrum in ein Weltraumoperationszentrum zu erweitern und um den Einsatzstab für die schnelle Eingreiftruppe der Nato dauerhaft präsent zu haben.
Für die Bundeswehr war 2017 ein turbulentes Jahr. Die Sicherheitslage auf der Welt habe sich nicht zum Guten gewendet und es deute aktuell nichts darauf hin, dass die Welt in 2018 friedlicher wird, sagte Joachim Wundrak. „Frieden, Freiheit und Wohlstand müssen erarbeitet werden“, so der General. Und zur Not sei dafür auch militärische Gewalt notwendig. Von den gut 1300 Personen an den Standorten Kalkar und Uedem befinden sich aktuell 50 in Auslandseinsätzen. Aus Kalkar werden Spezialisten zu den wichtigsten Nato-Einsätzen verschickt.
Mangelhafte Ausstattung
Geredet wurde 2017 viel über die Ausstattung der Bundeswehr. Dass der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels jüngst mitteilte, dass die Bundeswehr nicht in der Lage sei, die Landesverteidigung und die internationalen Missionen ausreichend wahrzunehmen, sei im Trubel der Koalitionsverhandlungen untergegangen und in der Öffentlichkeit kaum gehört worden, sagte Wundrak. Gerade diesen bemerkenswerten Umstand müsse man noch breiter diskutieren.
Gleichwohl kann der Standort Kalkar auf eine umfassende Modernisierung blicken. Aktuell werden die Kasernen-Gebäude umfangreich saniert bzw. neu errichtet. 100 Millionen Euro gibt die Bundeswehr dafür aus. Hinzu kommen weitere 30 bis 35 Millionen Euro, die die Nato in Kalkar und Uedem investieren möchte. „Wir werden noch einige Jahre auf einer Baustelle leben“, sagte Wundrak. Die Bundeswehr sei auf gute Köpfe angewiesen. Wenn die Ausstattung der Wehr nicht stimme, dann werde man im Wettbewerb um guten Nachwuchs auch nicht vorne liegen, so der General.
Fehlverhalten ahnden
Thema war im vergangenen Jahr auch das Fehlverhalten von Bundeswehrsoldaten. Die öffentlich diskutierten Vorgänge schadeten der Truppe enorm: „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Bundeswehr und die Soldaten fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen. Ich habe meinen Kameraden gesagt, dass ich das volle Vertrauen in jeden habe“, so General Wundrak. Wo dieses Vertrauen enttäuscht werden sollte, werde dies nach den Spielregeln des Rechtsstaates aufgeklärt und geahndet.
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