Polen-Reise

Präses Rekowski bringt Abendmahlskelch nach Masuren zurück

Dieser Abendmahlskelch_war im Jahr 1897 von einer Frau namens Gottliebe Liba der evangelischen Kirche im ostpreußischen Mensguth gestiftet worden. Die Rheinische Landeskirche hat nun dafür gesorgt, dass der Kelch heimkehrt.

Dieser Abendmahlskelch_war im Jahr 1897 von einer Frau namens Gottliebe Liba der evangelischen Kirche im ostpreußischen Mensguth gestiftet worden. Die Rheinische Landeskirche hat nun dafür gesorgt, dass der Kelch heimkehrt.

Foto: Ekir

Wuppertal/Dźwierzuty.  Verschwundener Silber-Kelch war bei einem Kölner Auktionshaus aufgetaucht. Die Rheinische Landeskirche organisierte Rückkauf und Aufarbeitung.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Ein während des II. Weltkrieges in einem Dorf in Masuren verschwundener Abendmahlskelch kehrt heim. Manfred Rekowski, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, bringt den bei einem Kölner Auktionshaus aufgetauchten Silberkelch zurück in die kleine Gemeinde nach Polen.

Am 1. September jährt sich der Überfall von Nazi-Deutschland auf Polen zum 80. Mal. Im Vorfeld dieses Jahrestages wird Rekowski an diesem Sonntag (18. August 2019) in Szczytno, dem früheren Ortelsburg, predigen. Wie die rheinische Landeskirche mitteilte, ist für den Abend bei einem Konzert in dem Dorf Dzwiezuty (einst: Mensguth) die Übergabe des Kelches vorgesehen. Er war im Jahr 1897 von einer Spenderin der Gemeinde dort gestiftet worden, die heute etwa 100 Mitglieder zählt.

Der Dorfpfarrer war bei Internetrecherchen darauf gestoßen, dass der durch eine Gravur identifizierbare Kelch für 774 Euro bei dem Kölner Auktionshaus Van Ham versteigert wurde. Mit Hilfe der Rheinischen Kirche und mehrerer Gemeinden wurde der Rückkauf und die Wiederaufarbeitung des Kelches organisiert. Der Käufer habe sehr großes Verständnis gezeigt und auch einen persönlichen Brief mit Segenswünschen an die masurische Gemeinde geschrieben, heißt es.

Präses hat selbst masurische Wurzeln

Unterstützung kam vom Auktionshaus und der Herstellerfirma des Kelches, die bis heute in Lüdenscheid existiert. Christian Peter Barthelmes, heutiger Inhaber des Fachlieferanten für Kirchenbedarf F. W. Jul. Assmann, lobt den Kelch als „sehr schönes Stück“, das vielleicht einmal „ein halbes Jahresgehalt“ gekostet habe.

„Dieser Kelch möge in besonderer Weise ein Friedenskelch sein“, wünscht Manfred Rekowski. Der Präses der mit mehr als 2,5 Millionen Protestanten zweitgrößten deutschen Landeskirche hat selbst masurische Wurzeln. Rekowski, der heute in Wuppertal lebt, war 1958 in Mojtyny geboren worden – etwa 30 Kilometer von Dzwiezuty entfernt. Er kam als Fünfjähriger mit seiner Familie als Aussiedler in die Bundesrepublik Deutschland. (dum)

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben