Auszeichnung

Schlagerstar Guildo Horn ist gerne ein Weseler Esel

Guildo Horn (links) singt ein Loblied auf die Stadt Wesel, ganz rechts: Teufelin Ulrike Westkamp.

Guildo Horn (links) singt ein Loblied auf die Stadt Wesel, ganz rechts: Teufelin Ulrike Westkamp.

Foto: Weissenfels

Wesel.   Der Schlagersänger bedankt sich mit einem Lied für die Auszeichnung mit dem Eselorden. Bürgermeisterin Westkamp redet bei Laudatio Klartext.

Guildo Horn ist anders an andere. Nicht nur rein äußerlich, vor allem frisur-technisch. Das ist dem Schlagersänger natürlich bewusst und damit kokettierte er auch gestern, als er in der Niederrheinhalle mit dem 42. Eselorden ausgezeichnet wurde. „Ich nehme die Wahl an“, sagte er unter Gelächter der 1500 Besucher, nachdem er erstmal seinen Orden wie ein Olympiasieger geküsst hatte. „Ich fühle mich sehr geehrt, dass ihr mich trotz meines Aussehens derart begehrt“, reimte er dann in seinem spontanen Lied, bei dem er sich selber mit einer Ukulele begleitete.

Er habe sich auf besondere gelungene Art als Botschafter Wesels geoutet, weil er sich während seiner Weihnachtskonzerte als „Esel von Wesel“ rühme, heißt es in dem Text der Urkunde, die der Sänger ebenfalls überreicht bekam.

„Ich werde Wesel preisen bis in alle Ewigkeit“, versprach Guildo Horn und ergänzte: „Und in Zukunft ess ich nie mehr Eselsfleisch.“ Den Weselern rief er zu: „Wenn ihr einen Esel braucht, ist Guildo für euch da!“

In ihrer Laudatio hatte zuvor die als Teufelin verkleidete Bürgermeisterin kein Blatt vor den Mund genommen. Ulrike Westkamp blickte auf Ereignisse der Hansestadt im Jahres 2017 humorvoll, aber auch mit unmissverständlicher Kritik zurück: „Räuberische Aktionsvertreter traten erneut auf den Plan, wollten kräftig beim Bauverein absahn’. Allerdings hatten sie bei ihrer Strategie nicht bedacht, dass man sowas bei den Weselern nicht ohne Gegenwehr macht.“ Und auch das Kombibad war ein Thema: „Diskussionen gab es um ein neues Weseler Bad, weil die Bezirksregierung die Quadratur des Kreises verlangt hat. Dabei wäre ein Kombibad am Rhein doch ein echter Clou – vielleicht lernen die da oben ja noch was dazu.“

Engagement für Menschen mit Handicap

Dann spannte sie bei einem Weseler Thema den Bogen zum neuen Ordenträger, der währenddessen auf einem künstlichen Esel thronte. „Unschön waren Reaktionen, die so wohl niemand ahnte, als Spix einen Anbau an ein Wohnprojekt im Hanseviertel plante. Über mögliche Gefahren für Nachbarn wurde spekuliert – und psychisch kranke Menschen dadurch diskriminiert“, so Ulrike Westkamp, die sich sicher ist: „Auch unser Eselordenträger hätte gegen eine solche Einstellung protestiert, weil er sich schon lange für Menschen mit Handycap engagiert.“

Neben Dom, Fußgängerzone und Rhein habe Wesel nun ein weitere Attraktion, verkündete sie stolz – eine Bahnhofstoilette. Zuvor habe die Bahn die Bedürfnisse ihrer Kunden einfach ignoriert. „Das stylische Toilettenhäuschen begeistert Alt und Jung – da verspüre nicht nur ich große Erleichterung.“

Erleichtert und glücklich sei sie auch über die Wahl von Guildo Horn zum Eselordenträger 2018: „So ein Tausendsassa hat uns in Wesel gerade noch gefehlt!“

>>>TOLLE DARBIETUNGEN & EIN DRINGENDER APPELL:

  • Eingebettet war die Eselordenverleihung in ein rauschendes Bühnenprogramm – mit ganz viel Tanz, Musik sowie einem Comedy-Auftritt von „Änne aus Dröpplingsen“, die mit Rollator auf die Bühne kam und die Lachmuskeln vieler heftig beanspruchte.

  • Peter Roelvinck, der mit Ulla Hornemann durch die Sitzung führte, hatte einen Appell an die Bürger, da er sich sorgt, weil die Säle immer leerer werden: „Gehen Sie nicht nur zur Eselordenverleihung, sondern auch zu den einzelnen Sitzungen!“

  • Noch mehr Impressionen von der Eselordenverleihung gibt es hier.

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