Kohleausstieg

Revier-SPD fordert Masterplan für Kohlekraftwerksstandorte

Das Steag-Kraftwerk in Lünen: Für eine Umwandlung der Fläche wären laut groben Schätzungen rund 60 Millionen Euro notwendig.

Das Steag-Kraftwerk in Lünen: Für eine Umwandlung der Fläche wären laut groben Schätzungen rund 60 Millionen Euro notwendig.

Foto: Blossey

Im Ruhrgebiet.   Die Standorte benötigten nach dem Kohleausstieg rasch eine neue Nutzung, sagen die Sozialdemokraten. Es geht auch um viel Geld.

Die SPD im Regionalverband Ruhr (RVR) sorgt sich: Was passiert nach dem bis zum Jahr 2038 beabsichtigten Kohleausstieg mit den Kohlekraftwerks-Standorten im Ruhrgebiet? „Nach unseren Informationen ist nicht geregelt, dass die Betreiber die Kraftwerke tatsächlich zurückbauen müssen“, sagt Michael Makiolla, Landrat des Kreises Unna im Gespräch mit der Redaktion. Die Standorte müssten rasch einer neuer Nutzung zugeführt werden, die Kommunen dürften damit nicht alleingelassen werden.

An diesem Wochenende war das Kraftwerk Knepper an der Stadtgrenze Dortmund gesprengt worden. Makiolla zufolge ist für die anderen Standorte nicht klar, wie es dort laufen soll und wer dort wie in der Pflicht ist. Wie bei den Steinkohlezechen gebe es keine Vereinbarung. Die SPD im RVR fordert deshalb einen Masterplan für die zwölf Kraftwerksstandorte in der Region. Drei davon befinden sich im Westen – das Stadtwerke-Kraftwerk in Duisburg, der Steag-Meiler in Walsum und das 2017 stillgelegte Kraftwerk Voerde. Makiolla selbst hat im Kreis Unna vier Kohle-Meiler: „Wir sind wohl am stärksten betroffen.“

„Verhandlungen auf Augenhöhe“ nötig

Es geht um viel Geld: „Wir haben das mal für das Steag-Kraftwerk in Lünen überschlagen, das jetzt stillgelegt wird“, so der Landrat. Die Umwandlung des Kraftwerksgeländes in einen Gewerbepark schlage - grob geschätzt -

mit rund 60 Mio. Euro zu Buche. „Landes- und Bundesregierung sind hier gefordert“, meinte Makiolla. Es müssten „Verhandlungen auf Augenhöhe“ geführt werden.

Für die Sozialdemokraten ist auch klar: Das Ruhrgebiet muss an den insgesamt 40 Mrd. Euro Hilfe teilhaben, die zur Abfederung des Kohleausstiegs vorgesehen sind – „in einem angemessenen Maße“, wie Makiolla betont. „Uns ist schon klar, dass der größte Teil der Gelder ins Braunkohlenrevier fließt. Wir wollen hier keinen Konflikt Rheinland – Ruhrgebiet aufbauen“, erklärt der Landrat.

Dass Strukturwandel-Projekte aber bisher ausschließlich im Rheinischen Revier vorgesehen sind und die Landesregierung auch keinerlei Ideen-Abfrage bei den Städten im Ruhrgebiet getätigt habe, hält die RVR-SPD gleichwohl für nicht hinnehmbar: „Das ärgert uns sehr“, sagte Makiolla.

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