Eine Viertelstunde war noch zu spielen in der Veltins-Arena, längst entschieden war das ungleiche Zweitliga-Duell Erster gegen Letzter, da schwappte „La Ola“ durchs Stadion, während die Fans des FC Schalke 04 „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ brüllten. Die Königsblauen erlebten einen perfekten Sonntag: Sie feierten eine 4:1 (2:0)-Gala gegen Preußen Münster und hätten noch viel höher gewinnen können. Das Aufstiegsbier können die Königsblauen schon kaltstellen, vier Spieltage vor Schluss haben sie sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten. „Unbeschreiblich, das sind die schönsten Momente im Fußball“, sagte Kapitän Kenan Karaman bei Sky. „Vor allem, wenn man die letzten zwei Jahre berücksichtigt, tut das einfach gut.“

Auf der Tribüne feierten die Schalke-Legenden

Viele Helden des Pokalsieges von 2001 hatten sich auf der Tribüne versammelt, Party-Revival im April am Lieblingstag im königsblauen Kalender – dem 19.04. Und ab der ersten Sekunde sahen Jahrhunderttrainer Huub Stevens, Sturmlegende Ebbe Sand und Techniker Andreas Möller eine drückend überlegene Schalker Elf, die keine Spur von Überheblichkeit zeigte, sondern dem bedauernswerten Gegner keinen Platz, keine Luft, keine Chance ließ. Allein in der ersten Hälfte erarbeitete sich Schalke vor 62.077 Zuschauern elf Torschüsse, darunter waren acht Topchancen.

In der vierten Minute hatte Dejan Ljubicic die erste: Seinen Kopfball kratzte Niko Koulis von der eigenen Torlinie. Sechs Minuten später schoss Soufiane El-Faouzi freistehend links am Tor vorbei, Karaman (13.), Timo Becker (14.) und Moussa Sylla (16.) scheiterten an Torwart Johannes Schenk. Obwohl es dem Schlusslicht danach für ein paar Minuten gelang, den Ball aus dem eigenen Strafraum fernzuhalten, blieb Schalke überlegen, kam auf 58 Prozent Ballbesitz. In der 36. Minute fiel das verdiente, sogar längst überfällige 1:0. Im Mittelfeld trickste Adil Aouchiche und setzte Dejan Ljubicic in Szene, dessen Flanke Kapitän Kenan Karaman ins Tor köpfte. Schalke jubelte, für Karaman war es Saisontor Nummer 13. So viele Treffer waren ihm auch in den beiden Vorjahren gelungen.

Schiedsrichter Aytekin feiert Schalke-Abschied

Die Schalker, für die es im Aufstiegskampf auch auf die Tordifferenz ankommt, legten nach: Nach einem Solo schoss El-Faouzi den Ball am Tor vorbei (44.), Adil Aouchiche scheiterte an Torwart Schenk (45.+2) – zwischen diesen Chancen fiel das 2:0. Der bärenstarke Aouchiche schlenzte eine Ecke an den kurzen Pfosten. Timo Becker verfehlte den Ball knapp, Preußen-Abwehrspieler Jannis Heuer verlängerte ihn aber ins eigene Netz. Kurze Zeit später pfiff Schiedsrichter Deniz Aytekin in seinem letzten Schalke-Spiel zur Pause. Er hatte bis dahin einen geruhsamen Fußball-Nachmittag erlebt und konnte die Gelsenkirchener Frühlingssonne genießen.

firo :  19.04.2026
Fussball, Fußball, 2.Liga,  zweite 2.Bundesliga, Saison 2025/2026, 
FC Schalke 04 - SCP Preußen Münster Muenster
Zufrieden: Schalke-Trainer Miron Muslic.© firo | Jan Fromme

Und was auch immer sich die Spieler des Schlusslichts für die zweite Hälfte vorgenommen hatten: Es ging schief. Die Schalker, die nun in Richtung Nordkurve spielten, blieben offensiv. Und weiter stand Aouchiche im Blickpunkt. In der 51. Minute schoss der Winter-Zugang flach aufs Tor, der bis dahin starke Schenk ließ den Ball aber unter seinem Körper ins Tor rutschen. Ein klarer Fehler des Torhüters, Schalke führte mit 3:0 Die Fans riefen „Der S04 ist wieder da“ und „Macht sie alle, schießt sie aus der Halle.“ Dabei war das Dach der Arena diesmal geöffnet... „Wir waren klar, wir waren fokussiert, wir waren extrem giftig – und wir waren gut“, urteilte Trainer Miron Muslic, der wiederum von Kapitän Karaman gelobt wurde: „Der Trainer macht einen super Job. Er ist die wichtigste Person im ganzen Verein. Wir folgen ihm.“

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Nach dem dritten Tor wurde die Partie zu einem Schaulaufen. Nach einer Vorlage von Karaman ließ Moussa Sylla noch das 4:0 folgen (66.), anschließend wechselte Muslic seine Leistungsträger sukzessive aus. So holte sich Karaman in der 70. Minute für eine weitere große Leistung seinen verdienten Applaus ab. Kurze Zeit später sangen die Fans „Oh wie ist das schön“ und stimmten Schmähgesänge gegen den Revierrivalen Borussia Dortmund an. Ein Revierderby ist viel wahrscheinlicher geworden. Der Ehrentreffer der Preußen durch Shin Yamada (82.) ging im Schalker Jubel etwas unter. Und nach dem Abpfiff gab es einen kleinen Vorgeschmack für eine Aufstiegsfeier. Die scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein.