Bienenhorst war gestern, jetzt kommen die „Zebras“: Nach Jahren treffen sich die beiden Erzrivalen Fortuna Düsseldorf und MSV Duisburg wieder zu einem Pflichtspiel. Am Samstag, 12. September, 14 Uhr, geht es für die Hausherren darum, im mit Spannung erwarteten „Straßenbahnderby“ zu punkten. Auch, wenn es Fortuna bisher in vier Drittliga-Partien nur auf vier Zähler gebracht hat und nun der Spitzenreiter in die NRW-Landeshauptstadt kommt. „Das ist ein besonderes Spiel, das Emotionen bei den Menschen weckt. Es wird hitzig werden“, sagt Fortuna-Coach Alexander Ende. Im Stadion werden 49.000 Zuschauer erwartet. „Wir haben die große Chance, gegen ein richtig starkes Team zu zeigen, dass wir da sind.“
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Ob es eine Partie mit dem berühmten offenen Visier geben wird, ist fraglich. „Wir können noch nicht abschätzen, ob Duisburg mit Risiko ins Spiel geht oder erst einmal geordnet agiert“, so der Fortuna-Coach während der Pressekonferenz vor dem Derby. Was Ende aber weiß: „Der MSV ist im Kern seit einiger Zeit zusammen und hat auch eine gute Breite im Kader. Dann zeichnet sich ihr Spiel durch viel Mentalität, Intensität und Reife aus. Diese Mannschaft lebt Zweikämpfe, ist sehr robust unterwegs, weiß sich zu wehren und kann richtig eklig sein. Darauf sind wir vorbereitet.“
Fortuna Düsseldorf: Mittelfeldmotor Andreas Müller wohl wieder auf der „Sechs“
Beim 5:0-Sieg in dieser Woche im Niederrheinpokal beim SV Biemenhorst tauschte Ende sein Personal auf gleich zehn Positionen aus. Er habe neue Eindrücke erhalten, ja, aber man könne nach der Leistung gegen den Sechsligisten „keine Eins-zu-eins-Vergleiche für die Liga ziehen“, so der Übungsleiter. Zur Aufstellung will sich Ende – wie immer – auch vor dem MSV-Spiel nicht wirklich äußern. Aber zwischen den Zeilen ist herauszuhören, dass Kapitän Jorrit Hendrix nach zwei Spielen Rotsperre („Er ist sehr wichtig für diese Mannschaft“) wieder in der Startelf stehen und Mittelfeldmotor Andreas Müller wieder auf der „Sechs“ kicken wird, statt hinter den Spitzen. Jordi Paulina, Dominique Heintz, Hamza Anhari und Felix Meiser fallen bei der Fortuna indes verletzungsbedingt aus.
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Wegen der Partie am Sonntag bei Fortuna Köln und dem Pokalspiel am Mittwoch gab es in dieser Woche weniger Zeit für intensive Trainingseinheiten. Das wird auch nach dem Duisburg-Spiel so sein, denn es geht mit einer englischen Woche weiter: Es stehen zwei Auswärtsaufgaben in Regensburg (16. September) und Aachen (19. September) an. Für den täglichen Übungsbetrieb bedeutet das auch, dass mehr Zeit bleibt für Videoanalysen. Und da haben alle bei Rot-Weiß inzwischen gesehen, wie ausbaufähig bei der Fortuna die Bemühungen im Angriff sind.
Die sehen ja auch, dass sie in einigen Szenen einfach mal draufhalten müssen.
Alexander Ende, Fortunas Coach hat mit seiner Offensive Videostudium betrieben
Ende hat sich deshalb seine Offensive vor dem Bildschirm zur Brust genommen: „Wir finden ja die gefährlichen Räume und bespielen sie auch. Und es ist nicht so, dass wir zu wenig flanken. Es fehlt aber auch an Feinjustierung und der letzten Überzeugung. Da müssen wir draufpacken.“ Gerade in Spitzenspielen, so Ende weiter, werde man vielleicht nicht so viele Chancen bekommen, müsse dann aber in den entscheidenden Momenten da sein. Der 46-Jährige verrät, dass seine Schützlinge nach dem Videostudium einsichtig und selbstkritisch waren: „Die sehen ja auch, dass sie in einigen Szenen einfach mal draufhalten müssen.“
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Anders sieht es in der Defensive aus, denn die ist seit einiger Zeit bei Rot-Weiß ziemlich stabil. Nicht nur, dass Fortuna seit drei Pflichtspielen ohne Gegentor ist. „Wir haben in den letzten drei Spielen insgesamt vielleicht sechs oder sieben Torschüsse zugelassen. Das ist in der Liga ein absoluter Spitzenwert“, sagt Ende, der aber auch weiß, dass nun mit dem MSV ein anderes Kaliber kommt. „Es wird ein absoluter Fight werden und wir wollen stabil verteidigen.“ Nicht unglücklich wird er deshalb darüber sein, dass MSV-Top-Scorer Lex-Tyger Lobinger am Samstag im Derby fehlt. Der Ex-Fortune sitzt eine Rot-Sperre ab.



