Als Borussia Mönchengladbach am Samstagabend noch einmal Hoffnung schöpfte, musste Schiedsrichter Daniel Siebert das Spiel gegen Eintracht Frankfurt in der 77. Minute aus einem kuriosen Grund unterbrechen. Ein Seil der über dem Rasen hängenden Kamera hatte sich gelöst und baumelte nach unten. Erst als Techniker die „Spidercam“ komplett abgebaut hatten, konnte die Partie fortgesetzt werden. Weitere Tore fielen nicht mehr, Gladbach verlor gegen den Champions-League-Teilnehmer aus Hessen verdient mit 1:3 (0:3).

Vor der mehr als siebenminütigen Unterbrechung hatte Marcus Thuram für die Gastgeber noch den Treffer erzielt. Mittelfeldspieler Julian Weigl berichtete nach der Partie: „Ich habe nach hinten geschaut und gesehen, dass unser Torwart Tobi Sippel auch ein bisschen über die Kabel gesprungen ist. Das war schon kurios“, sagte der 27-Jährige. „Für uns war es ein bisschen ärgerlich, weil es in einer Phase war, wo wir gedrückt und den Anschlusstreffer geschossen haben und das Stadion laut war.“

Das sah Gladbach-Trainer Daniel Farke ähnlich. „Nach dem 1:3 war das Stadion kurz vor dem Explodieren, ich hatte das Gefühl, die Spielunterbrechung killt das Momentum“, sagte der 45-Jährige. „Ich hatte das Gefühl, wir könnten das Spiel vielleicht doch drehen und die Frankfurter wurden ein bisschen unsicher. Aber wenn sie fast acht Minuten durchschnaufen und sich taktisch besprechen können und sich das Stadion wieder beruhigt, ist das nicht so förderlich für uns.“

Gladbach-Trainer Daniel Farke beim Spiel gegen Frankfurt.
Gladbach-Trainer Daniel Farke beim Spiel gegen Frankfurt.© firo | firo

Eintracht Frankfurt siegt mit Effizienz

Die Gladbacher standen allerdings schon zur Pause mit dem Rücken zur Wand. Jesper Lindström mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack (6./45.) und der Franzose Eric Dina Ebimbe mit seinem ersten Bundesliga-Treffer (29.) hatten früh für klare Verhältnisse gesorgt. „Der Unterschied war, dass Frankfurt seine Chancen genutzt hat und wir nicht“, meinte Farke. „Wir hatten mit Lars Stindl eine Riesenchance beim Stand von 0:1, um das Spiel wieder komplett auf null zu stellen. Frankfurt hat die Chance eiskalt genutzt, war effizienter als wir in der ersten Halbzeit.“

Gladbachs Christoph Kramer (31), der nach seiner Sprunggelenkverletzung wieder zur Startelf zählte, war mit dem Auftritt des Teams bis zur Pause trotz der drei Gegentreffer zufrieden. „Von der Leistung her haben wir in der ersten Halbzeit ein gutes Spiel gemacht“, meinte der Weltmeister von 2014. „Ein Tor im Fußball verändert das ganze Spiel – und die Eintracht hat ein Tor gemacht. Dann können sie den entscheidenden Meter tiefer stehen, haben das Momentum auf ihrer Seite – und wir wollen teilweise zu viel wie beim dritten Gegentor. Das wird in der Bundesliga bestraft. Deswegen kommen Woche für Woche diese abstrusen Ergebnisse zu Stande, weil jeder jeden schlagen kann. Es kommt ein bisschen auf das Glück und Momentum an.“

Auch interessant

Am Sonntag wartet Union Berlin

Farkes Mannschaft, die jetzt mit 16 Punkten Platz neun belegt, holte aus den vergangenen beiden Bundesliga-Spielen nur einen Zähler (2:2 beim VfL Wolfsburg). Dazwischen lag das bittere Pokal-Aus beim Zweitliga-Spitzenreiter Darmstadt 98 (1:2). Am kommenden Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) wartet Tabellenführer Union Berlin. Dort hat Borussia von bislang vier Pflichtspielen drei verloren. Auf einen Sieg im Stadion An der Alten Försterei warten die Gladbacher noch.