Ein paar Wochen zuvor hatte es noch äußerst düster für die Zweitliga-Kicker des MSV Duisburg ausgesehen. Der Dritte der Vorsaison rangierte auf dem letzten Tabellenplatz, und das ohne wirklichen Grund, auf Besserung hoffen zu dürfen. Dann erwies sich die Entscheidung der Vereinsbosse, an Trainer Luis Zacarias festzuhalten, aber doch als die richtige. Mit einer Serie von 9:1 Punkten zogen sich die Zebras selbst aus dem Sumpf; nach dem 3:1 (2:1)-Sieg zum Abschluss der Hinrunde beim SV Darmstadt 98 überwinterte der MSV auf Rang zwölf.
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Ein Duisburger Fan bekam davon allerdings höchstens am Rande mit. Dabei hatte er die Reise nach Hessen am frühen Sonntagmorgen eigens auf sich genommen, war in den Bus eines Xantener Unternehmens gestiegen, das im Gegensatz zu anderen Vertretern der Branche bereit gewesen war, noch MSV-Schlachtenbummler zu Auswärtsspielen zu kutschieren. Diese hatten sich nämlich mit Rowdy-Einlagen ihren Ruf komplett ruiniert. Das Grüppchen, das den Bus nach Darmstadt bestieg, ließ allerdings auch die Chance aus, es besser zu machen. Kaum war die Fahrt gestartet, wurde nämlich eine Flasche Schnaps verlost. Besagter Fan zog das richtige Los und machte seinen Gewinn bis zur Ankunft am Böllenfalltor leer. Er schaffte es dann zwar in den Gästeblock, verließ diesen aber eine Stunde vor Spielbeginn wieder – und zwar auf direktem Weg über die Absperrung auf den Rasen, überdies auch noch all seiner Kleidung entledigt. Die Polizei kümmerte sich um den benebelten Flitzer.
MSV-Trainer jubelt: „Wir leben wieder“
Die Duisburger, die mit voller Berechtigung auf dem Spielfeld standen, behielten dort einen klaren Kopf – auch wenn Darmstadt zunächst den Ton angab. Doch nun klappte all das, was zu Saisonbeginn noch schief gelaufen war: Die Abwehr stand sicher, während in der Offensive konsequent die Chancen genutzt wurden. In der 18. Minute führte Eddy Krncevic einen Freistoß schnell aus und passte auf Volker Abramczik, dessen Hereingabe dann Michael Struckmann zur Führung verwertete. Vier Minuten später packte Pino Steininger die Kugel spektakulär aus 30 Metern in den Winkel.
Es blieb dennoch spannend, weil Karl-Heinz Emig drei Minuten vor der Pause verkürzte. Die Abwehr mit Dietmar Schacht und Heribert Macherey an der Spitze ließ im zweiten Durchgang jedoch nichts mehr zu. Eine Minute vor dem Abpfiff machte dann der eingewechselte Patrick Notthoff mit seinem ersten Profitor alles klar. „Wir leben wieder“, meinte Luis Zacarias nach dem Schlusspfiff strahlend, ehe er sich in den knapp dreiwöchigen Heimaturlaub nach Peru verabschiedete.
MSV: Macherey – Kaul – Dubski, Schacht, Steininger – Lay, Schlipper (62. Patrick Notthoff), Krncevic, Pascal Notthoff – Struckmann (86. Kettler), Abramczik.



