Besitzt die Motivation im Kopf die Überhand oder doch eher eine imaginäre Handbremse? Für Fabian Büttner wird das Gastspiel des Regionalliga-Tabellenführers Interaktiv.Handball Düsseldorf/Ratingen am Samstag (19.15 Uhr, Krefelder Straße) beim OSC Rheinhausen zu einem durchaus brisanten. Der Mittelangreifer der Gastgeber wechselt zur neuen Saison nach Düsseldorf - möglichst in die 3. Liga. Dazu müsste Interaktiv allerdings die Spitzenposition auch mit einem Sieg auf der linken Duisburger Rheinseite vor den Verfolgern TSV Bonn rechtsrheinisch und Bayer Dormagen II zementieren.

OSC Rheinhausen: Co-Trainer ist von Extramotivation überzeugt

OSC-Co-Trainer Sascha Wistuba, der bekanntlich nach Saisonende gemeinsam mit Nico Biermann den bisherigen Cheftrainer Thomas Molsner beerben wird, hat mit der möglichen Problematik für Fabian Büttner überhaupt kein Problem: „Ich gehe davon aus, dass Fabian extra-motiviert sein wird und sich gegen seinen neuen Verein von der besten Seite zeigt.“ Letzteres war beim jüngsten 27:29 in Bonn am vergangenen Samstagabend nicht wirklich der Fall. Krankheitsbedingt konnte Büttner zuvor kaum trainieren und war dann im Beueler Bunker auch wahrlich nicht in Bestform.

Lenken den OSC Rheinhausen von der Seitenlinie aus: Cheftrainer Thomas Molsner (rechts) und sein „Co“ Sascha Wistuba, der in der neuen Saison dann die Verantwortung übernimmt.
Lenken den OSC Rheinhausen von der Seitenlinie aus: Cheftrainer Thomas Molsner (rechts) und sein „Co“ Sascha Wistuba, der in der neuen Saison dann die Verantwortung übernimmt.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Gegen Düsseldorf dürfte die Sache an diesem Samstag schon anders aussehen. Lediglich Rückraumspieler Felix Molsner (leichte Hüftprobleme) musste im Training kürzer treten. Dazu entwickelt sich Daniel Zwarg, der in Bonn zuletzt nach mehrmonatiger Verletzungspause erstmals wieder in der Start-Sieben gestanden hatte, nach vorn. „Daniel fehlt noch etwas die Dynamik, aber er kommt immer besser rein“, versichert Co-Trainer Wistuba. Das ist auf der halblinken Rückraumposition nach dem Weggang von Kaan Taymaz zu Drittligist Bergische Panther allerdings auch nötig.

Beim OSC Rheinhausen tastet sich Neuzugang Max Schlögl heran

Langsam tastet sich der neue Kreisläufer Maximilian Schlögl an die Mannschaft heran. Coach Thomas Molsner brachte den Zugang in Bonn zuletzt nur punktuell. In Matthias Meurer, der in der ehemaligen Bundeshauptstadt mit sieben Treffern bester Torschütze war, und Daniel Küpper Ventura stehen ja schon zwei Kreisläufer im Aufgebot. „Max braucht noch zwei oder drei Spiele Zeit. Er ist in der Abwehr flexibel auch auf der Halbposition einsetzbar“, betont Co-Trainer Sascha Wistuba.

Zeigte sich zuletzt in Bonn in guter Verfassung: OSC-Kreisläufer Matthias Meurer (am Ball).
Zeigte sich zuletzt in Bonn in guter Verfassung: OSC-Kreisläufer Matthias Meurer (am Ball).© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Möglicherweise werden die Rheinhauser Anhänger künftig auf der Bank noch das eine oder andere neue Gesicht erspähen. Der OSC will in den Trainingseinheiten und auch bei Spielen immer mal wieder hoffnungsvolle Akteure aus der Verbandsliga-Mannschaft hinzunehmen. Auch als Anerkennung für die Leistungen. Die OSC-Zweite führt unter Trainer Matthias Puhle bekanntlich die Tabellenspitze mit sechs Punkten Vorsprung vor dem HC TV Rhede an und steht vor dem Sprung in die Oberliga. Am Samstag (17 Uhr) geht es direkt vor der ersten Mannschaft gegen den Tabellendrittletzten TSG Kirchhellen.

Interaktiv mit Kreisläufer-Routinier aus der Bundesliga

Im Mittelpunkt des OSC-Handballabends steht allerdings der Auftritt des Regionalliga-Tabellenführers. Die Gäste aus Düsseldorf haben bisher nur zwei ihrer 16 Partien verloren - in Bonn mit 24:26 und überraschend klar zu Hause gegen Weiden mit 24:33. Im Hinspiel verkaufte sich der OSC an der Gothaer Straße in Ratingen zwar achtbar, hatte aber gegen die enorme Offensivwucht der Gastgeber kaum etwas entgegenzusetzen. Im Rückraum sind bei den Düsseldorfern vor allem der in der 3. Liga erfahrene Luca Wenzel und der überaus dynamische Japaner Akihisa Yamada zu beachten.

Auch das Spiel über den 37-jährigen Kreisläufer Stanko Sabljic läuft in der Regel vorzüglich. Der 2,02-Meter-Riese hat für den Bergischen HC in der Saison 2013/14 in der Bundesliga gespielt, wurde dazu in Bosnien-Herzegowina (mit RK Bosna Sarajevo) sowie in seiner Heimat Kroatien (mit NK Zagreb) jeweils Erstliga-Meister.