Zu seinem 66. Ehrentag hatte sich Klaus Stephan ganz sicher einen schöneren Handball-Samstag gewünscht. Doch die personellen Voraussetzungen bei gleich vier Ausfällen waren für Regionalligist OSC Rheinhausen am Ende schlicht zu ungünstig, um dem Abteilungsleiter das passende Geschenk zu präsentieren. Das letztlich verdiente 26:30 (11:16) gegen TuSEM Essen II belässt das Team von Trainer Thomas Molsner punktemäßig eng an der breiten Abstiegszone, die die Gäste von der Ruhr als Neunter weiterhin anführen.

Handballexperte Hummel aus Dänemark rüstet den OSC künftig aus

Ein ehemaliger OSC-Bundesligaspieler hatte für Klaus Stephan immerhin eine freudige Botschaft im Gepäck. Ex-Torhüter Bülent Aksen sorgt mit seiner Agentur ba sports dafür, dass der OSC in der neuen Saison vom dänischen Ausrüster Hummel eingekleidet wird - für den übrigens auch der Rheinhauser Ex-Nationalspieler Achim Schürmann arbeitet. Der eine oder andere weitere Gönner scheint am Deal mit dranzuhängen. „Das ist für uns ein gutes Gesamtangebot gewesen“, versichert Klaus Stephan. Bis zum Saisonende erfüllen die Rheinhauser gleichwohl noch den laufenden Vertrag mit Reventro Teamsport aus Homberg.

Spielte beim OSC Rheinhausen im rechten Rückraum mit Licht und Schatten: Linkshänder Elias Eiker (in Blau).
Spielte beim OSC Rheinhausen im rechten Rückraum mit Licht und Schatten: Linkshänder Elias Eiker (in Blau).© FUNKE Foto Services | Michael Korte

Die gerade einmal 150 Zuschauer in der Sporthalle Krefelder Straße bekamen dazu auch noch eine neue Videoleinwand zu sehen. Hallensprecher Matthias Tilgner musste deshalb seinen mittigen Arbeitsplatz räumen und ins Nachbarbüro. Dass die Aufgabe gegen die Reserve des Essener Zweitligisten knifflig werden würde, verriet der Blick auf die Rheinhauser Aufstellung. Rückraumwerfer Fabian Büttner musste sich mit einer Schulterverletzung abmelden. Eine genaue Diagnose steht noch aus. Dazu fehlten erkrankt Linksaußen Noah Adrian und die beiden Abwehrspezialisten Daniel Küpper Ventura und Justin Kauwetter.

OSC Rheinhausen mit einer zu hohen Hypothek

Die hohe Hypothek ließ sich in Halbzeit eins kaum zu kaschieren. Essen stand in der Deckung sattelfest, der OSC hatte große Schwierigkeiten, überhaupt über irgendeine Position zu sicheren Abschlüssen zu kommen. In guter Form präsentierte sich offensiv allenfalls Mittelangreifer Max Molsner. Dagegen erwischte Daniel Zwarg im linken Rückraum keinen guten Samstagabend. Linkshänder Elias Eiker nahm zu viele schnelle Schüsse und hatte am Ende neun Fahrkarten bei fünf Treffern zusammengebracht.

Rückraumspieler Maximilian Molsner (links) war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel des OSC Rheinhausen.
Rückraumspieler Maximilian Molsner (links) war einer der wenigen Lichtblicke im Spiel des OSC Rheinhausen.© FUNKE Foto Services | Michael Korte

Die Alternativen im Rückraum für Verschnaufpausen waren indes dünn. Streckenweise kam Felix Molsner, in der zweiten Halbzeit dann auch Connor Wetteborn aus dem Verbandsliga-Team zum Zug. Für Siebenmeter-Experte Adrian sprang Niklas Fenzel ein, der immerhin vier seiner sechs Strafwürfe versenkte. Außenangreifer Tim Klein, der ebenfalls zuvor schon für die Verbandsliga-Reserve gegen den SV Neukirchen (35:16) gespielt hatte, steuerte zwei schöne Treffer aus dem Feld bei. „Klasse, dass sich die Jungs zur Verfügung gestellt haben. Dass die Regionalliga zwei Klassen höher ist als die Verbandsliga, haben sie in einigen Situationen aber merken müssen“, befand Trainer Thomas Molsner.

OSC Rheinhausen: Kampf und Aufholjagd bleiben ohne Lohn

Nach einer eher verkorksten ersten Halbzeit blieben der gute Kampf und eine verzweifelte Aufholjagd ab der 40. Spielminute letztlich ohne Lohn. Nach Eikers 21:23 (51.) war der OSC kurzzeitig dicht dran an der Wende. Doch es langte einfach nicht. „Es hätte schon alles passen müssen, um das Spiel noch zu drehen“, gab Trainer Thomas Molsner nach der nun vierten Niederlage in Serie nüchtern zu: „In Summe hatten wir heute dazu nicht die Qualität.“

Cheftrainer Thomas Molsner konnte mit dem Regionalliga-Heimspiel seines OSC Rheinhausen gegen TuSEM Essen II schlicht nicht zufrieden sein.
Cheftrainer Thomas Molsner konnte mit dem Regionalliga-Heimspiel seines OSC Rheinhausen gegen TuSEM Essen II schlicht nicht zufrieden sein.© FUNKE Foto Services | Kerstin Bögeholz

Einen unnötigen Aufreger gab es noch 43 Sekunden vor der Sirene. Essens bester Torschütze mit sechs Treffern, Rückraumwerfer Luca Lewandowski, stürzte sich bei einem Bodenzweikampf um den Ball reichlich ungestüm auf Kreisläufer Matthias Meurer, der sich dabei leicht verletzte. Die Attacke brachte OSC-Keeper Julian Seemann in Wallung. Der stürmte aus dem eigenen Kreis und bedrängte Lewandowski körperlich. Die Referees Christian Kühl und Rene Küsters zogen gegen den Essener und auch gegen Seemann jeweils die Rote Karte. Der Spielausschluss bleibt aber ohne Folgen.

OSC Rheinhausen spielt kommenden Sonntag bei Unitas Haan

Am kommenden Sonntag (11.15 Uhr) ist der OSC bei der abstiegsbedrohten DJK Unitas Haan gefordert. „Dann werden wir personell sicher wieder ein stärkeres Aufgebot haben“, bekräftigt Trainer Thomas Molsner.

OSC Rheinhausen: Borchert (ab 31. Min. Seemann/1) - M. Molsner (6), Eiker (5), Fenzel (4/4), Zwarg (2), Käsler (2), Meurer (2), Klein (2), Schlögl (1), F. Molsner (1), Wetteborn.