In der Schlussphase war dann doch nochmal Feuer drin. Als Rhein Fire, dem zweimaligen und aktuellen Meister der European League of Football, im letzten Viertel elf Minuten vor dem Ende endlich der erste Touchdown im Spiel gegen die Vienna Vikings gelang, war der Titelverteidiger drauf und dran, diese Finalneuauflage, die die Weinroten vor rund 20.000 Zuschauern in Düsseldorf bestritten, noch zu seinen Gunsten zu drehen. Doch am Ende reichte es nicht, war die Fehlerquote viel zu hoch. Die Rheinländer mussten sich mit 7:12 (0:6, 0:0, 0:0, 7:6) geschlagen geben. Am Sonntag, 8. Juni, um 13 Uhr – dann wieder daheim in der Duisburger Schauinsland-Reisen-Arena – sind die Paris Musketeers zu Gast, gegen die Fire das Hinspiel vor zwei Wochen mit 17:15 gewonnen hatte.

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Ohne jede Frage: Die Wiener Verteidigung hat einen guten Job gemacht. Allerdings produzierte die Fire-Offensive viel zu viele Fehler, um dieses Topspiel für sich entscheiden zu können. Die vielen Veränderungen in der O-Line vor dieser Saison haben sich nicht gerade positiv bemerkbar gemacht. Viel zu oft bekam Quarterback Chad Jeffries viel Druck, war dabei aber auch selbst zu ungenau. Das Laufspiel fand in der Hauptsache nur dann erfolgversprechend statt, wenn Jeffries selbst gelaufen ist. Eine Lebensversicherung wie den zu den Nordic Storm abgewanderten Runningback Glen Toonga gibt es aktuell nicht. Und wenn dann noch die Snaps in der Endphase derart daneben gehen, dass der Quarterback den Ball ständig zu hoch oder zu tief fangen muss, dann kann die Aufholjagd einfach nicht gelingen.

32 Sekunden vor dem Ende war das Spiel praktisch entschieden: Dann nämlich fand der vierte Versuch von Jeffries, einen Passempfänger in der Endzone zu finden, sein jähes Ende, als er beim Anspielversuch auf Harlan Kwofie den Ball deutlich zu hoch ansetzte.

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Bereits nach zwei Minuten und zwölf Sekunden gingen die Österreicher in Führung, als Noah Toure einen Pass von Ben Holmes fing. Die Vikings versuchten es im Anschluss mit einer Two-Point-Conversion statt eines Points after Touchdown, was ebenso misslang wie beim zweiten Touchdown zu Beginn des Schlussviertels. Das hielt Fire im Spiel. Auf beiden Seiten ging im Spielverlauf Field-Goal-Versuche schief. Elf Minuten vor dem Ende nahm die Partie dann aber Fahrt auf. Denn plötzlich spielte Jeffries einen Pass auf Rory Starkey, der den Ball über 68 Yards in die Endzone trug. Weil Max Eisenhut den Extrapunkt verwandelte, hätte Rhein Fire nun ein Touchdown gereicht, um das Spiel zu drehen. Und das schien zum Greifen nahe zu sein: Omari Williams fing einen Pass von Vikings-Spielmacher Ben Holmes neuneinhalb Minuten vor dem Ende ab, doch der folgende Drive endete nach vier Versuchen ohne Punkte. Fire kam noch einmal in die Position, erspielte sich eine Minute vor dem Ende vier neue Versuche – und das nur zehn Yards vor der Endzone. Dreimal war der Snap zu schlecht, sodass aus dem folgenden Pass kaum etwas werden konnte. Dann setzte Jeffries wie schon beschrieben den finalen Pass zu hoch an.

Für Interims-Headcoach Richard Kent bleibt also viel Arbeit, um das Team in die Spur zu bringen. Auch die Disziplin ist ein Thema: Drei Fouls mit jeweils 15 Yards Strafe durch Fry Steward Mosquera Sinisterra sind deutlich zu viel.