Das tat gut! Den Fans, aber auch den Spielern und der gesamten Organisation von Rhein Fire. Nach schweren Wochen, zwei Niederlagen und einem Trainerwechsel hat der Meister der European League of Football wieder einen Sieg gefeiert. Und der fiel deutlich und souverän aus: Gegen die Hamburg Sea Devils, deren Offensive noch überforderter war als die der Duisburger Kollegen gegen Wien und Paris, gewannen die Weinroten vor 7362 Zuschauern in der Schauinsland-Reisen-Arena mit 43:0 (16:0, 7:0, 0:0, 20:0).

Dass bei den Norddeutschen einiges im Argen liegt, zeigte sich bereits wenige Stunden vor Spielbeginn. Denn die Hanseaten gaben die Trennung von ihrem bisherigen Quarterback Taulia Tagovailoa bekannt. Für ihn musste Moritz Maack einspringen, der das Spiel an der Wedau allerdings am liebsten aus seinem Gedächtnis streichen würde. Er brachte im gesamten Spiel nur zwei Pässe für lausige sieben Yards Raumgewinn an den Mann, warf vier Interceptions, wurde einmal gesackt (also zu Boden gerissen). Er wurde ins kalte Wasser geworfen und bekam von seinen Teamkollegen keinen Rettungsring zugeworfen.

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Schon der Hamburger Kickoff ging daneben, sodass Rhein Fire an der eigenen 45-Yard-Linie startete und den Angriffszug schließlich per Touchdown nach einem Pass auf Justin Schlesinger beendete. Den Extrapunkt verwandelte Leon Höltker, der im richtigen Leben Wide Receiver ist, aber nach wie vor den verletzten Kicker Sebastian van Santen vertritt. Das macht der junge Mann, der einst aus der 6. Liga (!) zu Rhein Fire kam, sehr gut. Zwar gingen insgesamt zwei Extrapunktversuche daneben, der Rest flog aber zentral durch die Pfosten, außerdem verwandelte er den einzigen Field-Goal-Versuch von Fire in diesem Spiel zum späteren 16:0. Zuvor erlief Omari Williams mit einem Punt-Return den zweiten Touchdown der Hausherren in diesem Spiel.

Alles zu Rhein Fire:

Das einzige Hamburger Highlight in diesem Spiel war eine Interception von Victor Omorodion in der eigenen Endzone. Die war zudem noch umstritten. Der Catch wurde im Videobeweis überprüft – obwohl erst der Boden Omorodion half, Kontrolle über den Ball zu bekommen, blieben die Schiedsrichter bei ihrer Entscheidung zugunsten der Sea Devils. Das konnten die Hanseaten letztlich aber nicht ausnutzen. Auf der anderen Seite fingen Tony Anderson (2), Till Janssen und Omari Williams gleich vier Passversuche von Moritz Maack ab.

Matchwinner: Jonathan Scott

Einer der Matchwinner auf Seiten von Rhein Fire war Jonathan Scott. Der Runningback machte sein bestes Spiel in Weinrot, erlief 135 Rushing Yards und jubelte schließlich über zwei Touchdowns. Die weiteren Sechser gingen auf Harlan Kwofie und Rory Starkey, der dabei einen Pass von Backup-Quarterback Rohat Dagdelen fing, der in der Schlussphase der Partie zum Einsatz kam. Am Ende verteidigten die Hausherren die „Null“ in der Defensive und können erstmal durchatmen.

Festzuhalten bleibt: Es war ein guter Befreiungsschlag von Rhein Fire, dennoch wäre es blauäugig, in den „Alles-ist-wieder-gut-Modus“ zu schalten. Der neue Offensive Coordiantor, den der ELF-Titelverteidiger am Montag präsentieren will, hat nach wie vor viel Arbeit – und wenig Zeit. Denn bereits am Samstag (18 Uhr) muss Fire in Wien antreten. Gegen die Vienna Vikings ging das Hinspiel mit 7:12 in die Binsen.