Das ist ein bitterer Moment für Rhein Fire. Denn ausgerechnet in einem – zusammen mit dem Sieg in Wien – der besten Saisonspiele muss sich der zweifache Meister der European League of Football damit anfreunden, in diesem Jahr die Play-offs voraussichtlich zu verpassen. Beim ungeschlagenen Liganeuling Nordic Storm in Kopenhagen führten die Duisburger Footballer bis gut elf Minuten vor dem Ende, unterlagen dann aber mit 24:25 (7:6, 10:6, 7:6, 0:7). Scheinbar hatten es die Weinroten geschafft, in den Kopf ihres Meister-Quarterbacks Jadrian Clark zu kommen, der nun für die nach wie vor ungeschlagenen Dänen spielt. Doch der Spielmacher behielt die Nerven und führte sein Team zum Sieg gegen sein Ex-Team.

Auf der anderen Seite gibt es einige, die mich nicht mögen.

Jadrian Clark, Quarterback von Nordic Storm, Ex-Spielmacher von Rhein Fire

Dass diese Partie etwas Besonderes ist, zeigte sich schon beim Münzwurf. Die Nordischen schickten vier Spieler aufs Feld, die allesamt schon einmal für Rhein Fire gespielt hatten, darunter auch den verletzten Runningback Glen Toonga. Jadrian Clark sagte vor dem Spiel: „Auf der anderen Seite gibt es einige, die mich nicht mögen.“ Das gilt allerdings nicht für die Fans. Denn er hatte die Fire-Fans in seinen Hinterhof eingeladen, verschenkte und signierte Fanartikel.

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Doch je länger das Spiel lief, desto ungehaltener wurde Jadrian Clark. Immer wieder legte Rhein Fire vor – und bei der 6:0-Führung sogar mit Clarks Hilfe. Hugo Klages fing einen Passversuch des Storm-Quarterbacks ab und brachte den Ball in die Endzone. Während Eritros Haggi alle drei Extrapunkte und ein Field Goal verwandelte, schienen die Kopenhagener ein Kicking-Problem zu haben. Bis auf eine Ausnahme versuchten sie es nach Touchdowns mit Two-Point-Conversions, die ebenso schief gingen wie ein Fake-Spielzug bei einem vermeintlichen Field-Goal-Versuch. Nur einmal kickte Jakob Green – nach dem 24:24-Ausgleich elf Minuten vor dem Ende und traf tatsächlich zur einzigen, aber entscheidenden 25:24-Führung der Hausherren im Gladsaxe-Stadion. Zwischenzeitlich hatte Rhein Fire mit 24:12 geführt.

Fakt ist aber, dass die Kopenhagener O-Line ihren Quarterback besser geschützt hat. Clark hatte bei fast allen Spielzügen mehr Zeit als sein Duisburger Gegenüber Chad Jeffries. Da Clark zudem im Regelfall extrem sicher passt, auch über größeren Distanzen, konnte er für sein Team doch noch die Wende einleiten. Erst am Ende, aber damit eben entscheidend, konnte der als sehr ehrgeizig geltende Spielmacher der Dänen wieder lachen und sich über den Sieg freuen.

Alles zu Rhein Fire:

Während Nordic Storm, das bislang gemeinhin nicht gerade den schwersten Spielplan hatte, damit endgültig zum Titelanwärter avanciert, wird es für Rhein Fire mit nun vier Siegen und vier Niederlagen immer schwerer, die Play-offs zu erreichen. Dazu brauchen sie nicht nur vier Siege aus den ausstehenden Spielen, sondern auch Ausrutscher der Konkurrenz. Am Sonntag muss der Titelverteidiger um 16.30 Uhr bei den Hamburg Sea Devils ran, was als machbar durchgehen kann. Die reguläre Saison endet für die Weinroten mit den Heimspielen an der Wedau gegen Berlin Thunder (27. Juli), die Raiders Tirol (10. August) und Nordic Storm (17. August).

Entscheidend dürfte zudem sein, wie der Streit der European Football Alliance, der Rhein Fire angehört, mit der ELF endet – und ob es letztlich 2026 eine neue Liga geben wird oder ob es doch in den bestehenden Strukturen weitergeht.

Die Statistik:

Touchdowns: Hugo Klages, Justin Schlesinger, Chad Jeffries.

Field Goals: Eritros Haggi

Extrapunkte: Eritros Haggi (3)