Droht die European League of Football zu kollabieren? Jedenfalls haben nun acht renommierte Clubs der Liga – Rhein Fire, Frankfurt Galaxy, Madrid Bravos, Paris Musketeers, Tirol Raiders, Vienna Vikings, Prague Lions und Wroclaw Panthers – die European Football Alliance (EFA) gegründet, die aus der bisherigen ELF Franchise Association hervorgeht. Schon dieser erste Franchise-Verbund war ein klares Signal, dass die Clubs mit der Ligaführung äußerst unzufrieden sind – sonst hätte es diese Verbindung außerhalb der Ligastrukturen gar nicht geben müssen.

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Das Problem: Die meisten Sportprofiligen werden durch die Gesellschafter – und damit durch die Clubs – geführt. Der Commissioner der jeweiligen Liga führt letztlich dann nur noch die Beschlüsse der Clubs aus. In der ELF ist das System auf den Kopf gestellt, da in den wesentlichen Dingen nichts an Ligagründer Zeljko Karajica vorbeigeht.

Es sind die kleinen, fast schon verstecken Sätze der Gründungserklärung der EFA, die die Brisanz des Vorgangs unterstreicht. Man wolle die Zukunft des American Footballs in Europa aktiv mitgestalten, und zwar „unabhängig von der bisherigen Struktur der European League of Football“. Die EFA signalisiere Gesprächsbereitschaft, gerade aufgrund kürzlich vorgestellter Liga-Investoren. Die Priorität liege aber „bei der Weiterentwicklung eines hochwertigen Produkts, das sowohl lokal verwurzelt als auch international wettbewerbsfähig ist.“

Alles zu Rhein Fire:

Die Gründung der EFA könnte sich „als Wendepunkt“ erweisen: „entweder als Startschuss für Reformen innerhalb der ELF oder als Fundament für ein völlig neues Liga-Modell.“ In diesem Satz liegt die eigentliche Androhung: Scheinbar können sich die Clubs inzwischen vorstellen, eine eigene Liga nach ihren Vorstellungen zu gründen. Denn die EFA kritisiert die immer größer werdende Zahl nicht wettbewerbsfähiger Spiele, die „das Zuschauerinteresse und die sportliche Glaubwürdigkeit untergraben“.

Wir wissen von mehreren Franchises, die in Schieflage geraten sind.

Martin Wagner, Gesellschafter von Rhein Fire

Martin Wagner, Gesellschafter von Rhein Fire, findet da klare Worte: „Es ist natürlich schwer, Tickets für kommende Spiele zu verkaufen, wenn man gerade in Berlin gegen einen besseren Trainingspartner gespielt hat“, unterstreicht er die immer größere werdende Kluft zwischen sportlich wie wirtschaftlich erfolgreich agierenden Clubs und denen, die in beiden Punkten deutlich hinterherhinken. Da heißt es auch in der EFA-Erklärung, dass einige Clubs Probleme haben, „insbesondere solche mit engerer Bindung an die Liga oder deren Investoren.“ Bitter sehe es für Wagner beispielsweise für die Clubs aus, die Tickets für Spiele gegen Köln verkaufen wollen. „Da weiß jeder, wie das ausgeht.“ Letztlich seien die wirtschaftlichen Probleme ein Problem aller Clubs. „Das schlägt sich einfach durch.“

Ist eventuell sogar die komplette Saison 2025 der ELF gefährdet? „Diese Gefahr sehen wir“, sagt Martin Wagner. „Wir wissen von mehreren Franchises, die in Schieflage geraten sind.“ Erst kürzlich mussten die sportlich extrem schwachen Helvetic Mercenaries ein Spiel absagen, nachdem man sich vom Cheftrainer getrennt hatte. Laut Liga waren angeblich zu viele Verletzungen der Grund... Außerdem befinden sich die Berlin Thunder nach Medienberichten in einem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung.