Es war nicht schön, aber es war notwendig: Rhein Fire hat in der European League of Football das Auswärtsspiel bei den Hamburg Sea Devils, das kurzfristig vom Volksparkstadion ins Stadion Hoheluft verlegt worden war, mit 25:13 (0:0, 6:13, 13:0, 6:0) gewonnen und damit den nötigen Sieg eingefahren, um weiterhin im Rennen um einen der Play-off-Plätze zu sein. Nach einer langen Auswärtstour geht es für die Duisburger Footballer nun zum Ende der regulären Saison dreimal zu Hause in der Schauinsland-Reisen-Arena zur Sache. Am Sonntag (16.25 Uhr) ist Berlin Thunder an der Wedau zu Gast.
Auch interessant
Positiv ausgedrückt: Es war ein Kampfspiel. Etwas unfreundlicher formuliert: Es war ein Fehlerfestival, in dem Rhein Fire die besseren Nerven hatte – und vor allem einen einsatzfähigen Quarterback. Denn die Leistung der Hamburger, der Mannschaft von Cheftrainer Richard Kent so lange Paroli zu bieten, ist umso bemerkenswerter, da sich der Spielmacher der Hanseaten, Micah Leon, im zweiten Viertel verletzte und nicht weiterspielen konnte. Für ihn sprang zunächst Terryon Robinson, von Haus aus ein Wide Receiver, später dann Defensive Back Nazir Streater auf der Position des Quarterbacks ein. Freilich verlagerten sich die Hamburger nach der Verletzung vornehmlich aufs Laufspiel, machten ihre Sache aber tatsächlich sehr ordentlich.
Die Fehler auf beiden Seiten begannen schon im ersten Quarter. Nachdem die Gäste den Ball fallenließen, aber glücklicherweise zurückholten, mussten sie punten. Hamburgs Returner fumblete den Ball aber und Lenard Barth sicherten den Ball für Rhein Fire. Allerdings wurde Fire-Quarterback Chad Jeffries kurz vor der Endzone zu Boden gerissen, verlor ebenfalls den Ball, sodass Hamburg wieder im Angriff war. Nach all diesem Hin und Her endeten die ersten 15 Minute punktlos.
Alles zu Rhein Fire:
Till Janssen leitete die Duisburger Führung ein. Er fing einen Pass des zu dieser Zeit noch fitten Sea-Devils-Quarterbacks Micah Leon ab. Kurz darauf passte Jeffries auf Mark Pope, der den Ball in der Endzone fing. Apropos Fehler: Der Extrapunktversuch durch Eritros Haggi ging schief. Ohnehin hatte der in den letzten Wochen so sichere Kicker diesmal große Probleme. Gleich drei „Points after Touchdown“ und ein Field-Goal-Versuch landeten nicht zwischen den Stangen. Hamburg brauchte nicht lange und glich die Partie aus; auch die Gastgeber konnten nicht auf sieben Punkte erhöhen. Als es kurz danach so aussah, als würde Mark Pope zur erneuten Führung in die Hamburger Endzone laufen, verlor er den Ball und die Hausherren trugen ihn bis zur Mittellinie zurück. Kurz darauf verletzte sich heimische Spielmacher, dennoch gingen die Sea Devils noch vor der Halbzeitpause in Führung.
Im dritten Viertel drehten die Gäste das Spiel dann allerdings zu ihren Gunsten: Das Ganze leitete Defensivspieler Tony Anderson ein, der eine weitere Interception fing und seinem Team damit den nötigen Impuls gab. T.J. Alexander und Jonathan Scott sorgten für die Touchdowns. All das war allerdings gegen gallige Hamburger hart erarbeitet. Das Spiel war praktisch neun Minuten vor dem Ende entschieden, als Rhein Fire ein Turnover gelang. Am Ende des Spielzugs verbuchte Harlan Kwofie einen Touchdown zum 25:13 für die Gäste. Nun muss Fire daheim gegen Berlin nachlegen.
Die Statistik:
Touchdowns: Mark Pope, T.J. Alexander, Jonathan Scott, Harlan Kwofie; Extrapunkt: Eritros Haggi.



